Tribulus terrestris

Tribulus terrestris und dessen aktive Wirkstoffe, die Saponine, werden für libidoanregende, erektionsfördernde, testosteronsteigernde und blutzuckersenkende Wirkungsweisen erforscht. Tribulus terrestris regt entgegen den Werbeversprechen definitiv nicht die Testosteronausschüttung an, selbst in Studien, in denen es die sexuelle Lust stimulierte.

Zusammenfassung

Tribulus terrestris (Erd-Burzeldorn) wird speziell in Sportlerkreisen für eine Steigerung der Testosteron Werte und der Muskelmasse beworben, ferner für die aphrodisierende Wirkung. Hauptverantwortlich für die pharmakologische Wirkung sollen die Saponine sein, hauptsächlich das Protodioscin.

Tribulus terrestris für Potenz und Libido bei Männern und Frauen

Tribulus terrestris wurde ursprünglich nicht zur Steigerung der Testosteronwerte erforscht, sondern um es bei mangelnder Libido und erektiler Dysfunktion einzusetzen.

Heute wissen wir, dass trotz eines mangelnden testosteronsteigernden Effekts einige Saponine aus dem Tribulus terrestris die Freisetzung des durchblutungsfördernden Botenstoffs NO (Stickstoffoxid) im Schwellkörper auslösen und damit zur Besserung führen könnten. Ein Mechanismus der hinter der potentiellen Steigerung des sexuellen Verlangens stehen könnte, ist nicht bekannt.

Maca und Ginseng sind weitere Pflanzen, welche die sexuelle Lust stimulieren (Mann und Frau) und zu einer besseren Erektion führen sollen. Zu diesen liegen auch klinische Versuche vor.

Männer

Die erste klinische Studie aus Bulgarien liegt in den 70er Jahren zurück. In dieser wurde Tribulus terrestris an über 212 männliche Teilnehmer verabreicht, in einer täglichen Dosis von 750-1500 mg. Nahezu 80 % der Probanden sprach positiv auf die Therapie an, sowohl ihre Erektionsfähigkeit als auch die Libido (sexuelles Verlangen) verbesserten sich. Die Studien wurden jedoch größtenteils ohne eine Kontrollgruppe durchgeführt, was die Zuverlässigkeit in Frage stellt.

Neuere Studien mit Männern wurden leider hauptsächlich mit Kombipräparaten durchgeführt, bei denen zum Tribulus terrestris auch das durchblutungsfördernde L-Arginin und Ginkgo Biloba eingenommen wurden.

Eine solche klinische Studie mit 177 Männern, die an milder bis moderater Erektiler Dysfunktion litten erzielte positive Ergebnisse. Die Werte der Teilnehmer verbesserten sich auf mehreren standardisierten medizinischen Skalen, darunter dem Internationalen Index der erektilen Funktion (IIEF) sowie den MSHQ-EjD und SQoL-M Fragebögen. Mit Hilfe einer Dopplersonographie wurde eine verbesserte Durchblutungsdynamik des Glieds durch das Tribulus terrestris Präparat festgestellt. Leider wurde keine Placebo-Kontrollgruppe mit in die Studie aufgenommen, was den Wert der Ergebnisse zusätzlich mindert.

Es ist aufgrund der vorliegenden Forschung schwer zu sagen, ob Tribulus terrestris wirklich bei erektiler Dysfunktion hilfreich sein kann.

Frauen

Die meisten der vorliegenden Studien wurden mit Frauen in der Menopause durchgeführt und eine mit gesunden jungen Frauen, die an Unlust litten, alle erzielten positive Ergebnisse. Nur eine Studie davon wurde jedoch nach dem wissenschaftlich goldenen Standard als placebokontrollierte Doppelblindstudie durchgeführt.

In dieser Studie führte eine Dosis von 750 mg täglich zum erhöhten sexuellen Interesse, mehr Empfindungsvermögen im Genitalbereich beim Geschlechtsverkehr (16 % beim Placebo, 76 % in der Tribulus Gruppe). Die Frauen hatten zudem häufigere Orgasmen (20 % beim Placebo, 73 % in der Tribulus Gruppe) was in auf mehreren medizinisch standardisierten Skalen zur Besserung des Sexuallebens führte.

Tribulus terrestris für mehr Testosteron und Muskelmasse

Hier kann man das Ergebnis schon im Voraus wegnehmen: Tribulus terrestris führt weder zu einem Testosteron Anstieg, noch zu mehr Muskelmasse.

Selbst in den ersten, recht umfangreichen bulgarischen Studien, in denen Tribulus terrestris deutlich das sexuelle Verlangen und die Erektion verbesserte, wurden keine Veränderungen der Hormonwerte verzeichnet. Weder das Testosteron, das luteinisierende Hormon (LH), das im Hoden in den Leydig-Zellen die Testosteronsynthese anregt, noch die Östrogen Werte veränderten sich durch die Einnahme von Tribulus Terrestris.

Eine Studienzusammenfassung der einzigen halbwegs qualitativen Versuche (7 Studien) aus dem Jahr 2014 kommt zum klaren Ergebnis, dass Tribulus terrestris nicht die Testosteronwerte steigert.

Rugby Spieler, die eine Dosis von 450 mg Tribulus terrestris täglich zu ihrem Trainingsprogramm über 5 Wochen einnahmen, steigerten weder ihre Muskelkraft noch die Muskelmasse.

Tribulus Terrestris und der Blutzucker

Wirkstoffe aus dem Tribulus terrestris hemmen zwei Enzyme, die im Darm am Verdau und damit der Aufnahme von Zuckern essentiell beteiligt sind. Eines dieser Enzyme die Glucoamylase (α-Glucosidase) wird auch von Diabetesmedikamenten gehemmt um eine Blutzuckersenkung zu erzielen.

Es liegt eine placebokontrollierte Doppelblindstudie mit Diabetikerinnen vor, die 1 g Tribulus terrestris täglich 3 Monate lang einnahmen. Dies reduzierte bei den Anwenderinnen den Nüchternblutzucker, den Langzeitblutzuckers (HbA1c) und den Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit. Die Cholesterin Werte (Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin) sanken auch.

Tribulus terrestris ist aber kein Ersatz für eine medikamentöse Diabetes Therapie. 

Tribulus terrestris Wirksamkeit beim Menschen: Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht für Tribulus terrestris bisher in keinem Fall eine gesundheitlich oder physiologisch relevante Wirksamkeit bei gesunden oder kranken Menschen als ausreichend durch klinische Forschung belegt an.

Anwendung

Dosierung/Einnahme

In Studien wurde eine Tribulus terrestris Dosis von 450-1000 mg täglich eingesetzt.

Kombinieren mit L-Carnitin, Ginkgo BilobaMaca
Nicht einnehmen mit Tribulus terrestris wirkt eventuell selbst blutzuckersenkend und erhöht die Aufnahme des blutzuckersenkenden Medikaments Metformins. Dies sollten Sie bei einer Einnahme mit Metformin beachten.
Nebenwirkungen Tribulus terrestris ist sonst ein sicheres Nahrungsergänzungsmittel ohne Vorkommnis von bedeutenden Nebenwirkungen in klinischen Studien.
Vorsicht -
Produktwahl In Studien wurden in der Regel Tribulus terrestris Extrakte mit einem Saponin Gehalt von über 60 % Protodioscin eingesetzt.

Tribulus terrestris für Potenz und Libido


Tribulus terrestris wurde seit den späten 70er Jahren auf seine potenzsteigernde und aphrodisierende Wirkung bei Männern und Frauen erforscht. Die Wirkungsweise ist unabhängig von jeglicher Beeinflussung der Testosteronwerte. Derzeit wird eher vermutet, dass ein Tribulus terrestris Saponin namens Protodioscin die Freisetzung des Botenstoffs und Vasodilators NO (Stickstoffoxid) anregt. Protodioscin löst im Schwellkörper die Stickstoffoxid Freisetzung aus und verstärkt dadurch die Erektion (1, 2).

Es ist derzeit nicht klar über welchen Mechanismus eine lustanregende Wirkung des Tribulus zustande kommen könnte.

Wirkung bei Männern

Im ersten klinischen Versuch mit Tribulus terrestris, der in den späten 70ern und frühen 80ern durchgeführt wurde, nahmen 212 männliche Patienten teil. Die Teilnehmer litten an Unfruchtbarkeit und sexueller Dysfunktion aufgrund diverser gesundheitlicher Probleme. Die Forscher fanden heraus, dass eine Dosis von 750 – 1500 mg des Tribulus terrestris Präparats namens Tribestan® (Sopharma, Bulgarien) aufgeteilt in 3 Einzelgaben per Tag eine positive Wirkung auf die sexuellen Funktionen hatte. Bei 79 % der Teilnehmer steigerte sich das sexuelle Verlangen nach 60 Tagen der Anwendung (3-5).

Auch außerhalb Blugariens untersuchten Forscher die Wirkung eines Kombipräparats aus Tribulus terrestris, Ginkgo biloba und dem durchblutungsfördernden L-Arginin. Dieses verbesserte sowohl die Libido als auch die Erektion bei 67 % der nichtdiabetischen und bei 53 % der diabetischen Patienten. Hier ist es jedoch schwierig die Wirkung auf die einzelnen Bestandteile zurückzuführen (6).

Ein weiteres Kombipräparat mit Ecklonia bicyclis, Tribulus terrestris und Glucosamine Oligosaccharid wurde in einer anderen Studie an einen Teil der teilnehmenden 177 Männer verabreicht. Die Teilnehmer hatten eine milde bis moderate Erektile Dysfunktion. Die doppelblind placebokontrollierte Studie lief 3 Monate lang. Die Patienten wurden nach dem „Internationalen Index der erektilen Funktion“ (IIEF) sowie den MSHQ-EjD und SQoL-M Fragebögen befragt. Zudem wurden sie einer Dopplersonographie des Penis unterzogen um mögliche arterielle Funktionsstörungen besser zu erfassen (7).

Die Behandlung mit dem Präparat führte zu einer deutlichen Besserung auf allen betrachteten Skalen/Fragebögen. Darunter verbesserte sich bei den mit Tribulus terrestris behandelten Teilnehmern die Zufriedenheit mit Geschlechtsakt, der Orgasmus und das sexuellen Verlangen sowie die Gesamtzufriedenheit mit der eigenen sexuellen Funktionsfähigkeit. Sonographisch konnte man eine Besserung der Durchblutungsdynamik feststellen. Lediglich Teilnehmer mit einer moderaten arteriellen Dysfunktion im Penisbereich erfuhren keine so deutliche Besserung durch die Behandlung (7). Auch hier besteht die Schwierigkeit zu erkennen, welchen Anteil das Tribulus terrestris an der Gesamtwirkung hatte.

Diese Ergebnisse wurden von einer zweiten Forschergruppe in einer Studie mit einer kleineren Teilnehmeranzahl von 30 Männern nicht bestätigt. In dieser doppelblind placebokontrollierten Studie bekamen die Teilnehmer 800 mg Tribulus Pulver jeden Tag, 30 Tage lang. Weder ihre Testosteronwerte stiegen, noch verbesserte sich deren sexuelle Funktion nach der IIEF-Skala (8)

In diesem Fall muss man jedoch sagen, dass die Ergebnisse aus der größer angelegten und aufwendigeren Studie mit dem Kombinationspräparat von größerer Bedeutung sind, andererseits erlauben sie keinen klaren Rückschluss auf die isolierte Wirkung des Tribulus Pulvers.

Wirkung bei Frauen

Eine nicht placebokontrollierte Studie aus den frühen 80ern mit über 80 Frauen mit Unfruchtbarkeit und in Wechseljahren testete die Wirkung einer Dosis zwischen 500 – 1500 mg Tribulus terrestris Extrakts täglich. Bei 67 % der Teilnehmerinnen verbesserte sich die Ovulation. Nahezu bei allen (98 %) führte Tribulus terrestris zu einer Besserung der Wechseljahresbeschwerden sowie zu einer Steigerung des sexuellen Verlangens (Libido) bei 67 % der Patientinnen, die zuvor an Unlust litten (9).

Frauen mit sexueller Dysfunktion aufgrund der Wechseljahre nahmen in einer doppelblind placebokontrollierten Studie aus dem Jahr 2016 eine Tribulus terrestris Dosis von 750 mg täglich ein. Nach 90 Tagen wurden die Frauen mit den standardisierten Fragebögen SQ-F und FIEI befragt. Die mit Tribulus behandelten Frauen fühlten ein erhöhtes sexuelles Interesse und Verlangen und fühlten sich wohler beim Akt selbst. Das Empfindungsvermögen im Genitalbereich beim Geschlechtsverkehr (16 % beim Placebo, 76 % in der Tribulus Gruppe) als auch die Fähigkeit zum Höhepunkt zu kommen (20 % beim Placebo, 73 % in der Tribulus Gruppe) waren durch das Tribulus terrestris deutlich gesteigert (10)

Eine ähnliche klinische Untersuchung aus dem Iran wurde mit 60 jüngeren Frauen gemacht. Die Probandinnen waren zwar nicht in der Menopause, litten dafür aber unter einem mangelnden sexuellen Interesse und Aktivität. In dieser doppelblind placebokontrollierten Studie erhielt die Hälfte der Probandinnen eine recht hohe Dosis von 5250 mg Tribulus terrestris täglich, nämlich ein Extrakt mit einem Saponin Gehalt von über 60 % Protodioscin.

Nach 4 Wochen fühlten nur die behandelten Frauen eine Besserung ihres sexuellen Verlangens, der Lubrikation, Zufriedenheit und des Schmerzempfindens. Sie spürten keine Nebenwirkungen, die über denen der Placebogruppe hinausgingen (11).

Tribulus terrestris als Testosteron Booster

Tribulus terrestris wird hauptsächlich für seine Eigenschaften als testosteronsteigerndes Mittel angepriesen. Diese Behauptung kam sehr früh auf, obwohl die ersten Studien aus Bulgarien in den 70er Jahren trotz der lustanregenden Wirkung keine hormonellen Veränderungen feststellen konnten.

Trotz der positiven Auswirkung auf die sexuellen Funktionen konnte man bereits in der ersten klinischen Studie mit über 200 männlichen Teilnehmern keine Veränderungen der Testosteron Werte feststellen. Weder das luteinisierende Hormon (LH), das im Hoden in den Leydig-Zellen die Testosteronsynthese anregt oder das folikelstimulierende Hormon (FSH), welches für die Spermatogenese wichtig ist, noch die Östrogen Werte veränderten sich durch die Einnahme von Tribulus Terrestris. Selbst bei Patienten, deren Libido stimuliert wurde (3, 5, 12).

Eine Studie mit Frauen in den frühen 80ern führte zwar zu einer Besserung der Wechseljahresbeschwerden, verursachte aber keine Veränderungen in den Hormonwerten (LH, FSH, Testosteron, Östrogen, Prolaktin) (9).

Forscher aus Indonesien und Singapur betrachteten die Wirkung einer Präparation bestehend aus Tribulus terrestris, Ginkgo biloba und L-Arginin bei Patienten mit reduzierter Libido und erektiler Dysfunktion. Auch hier decken sich die Ergebnisse mit den vorhergehenden Studien, denn die Autoren der Studie sahen trotz verbesserter sexueller Funktion keine Veränderungen der Hormonwerte (Testosteron, FSH, LH und Prolaktin) (6).

Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie aus Bulgarien mit jungen und gesunden Männern untersuchte die Wirkung eines wirkstoffreichen Auszugs aus der Tribulus terrestris Pflanze auf die Hormonwerte der Probanden. Das Extrakt enthielt mehr als 60 % des Saponins Protodioscin. Die Teilnehmer nahmen bis zu 20 mg des Tribulus Extrakts pro kg Körpergewicht 4 Wochen lang zu sich. Auch hier veränderten sich weder die Testosteron, Androstendion, noch die LH Werte (13)

In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit australischen Rugby Spielern, nahmen diese täglich 450 mg eines Tribulus terrestris Extrakts (60 % Protodioscin) ein. Ihre Hormonwerte veränderten sich nach 5 Wochen der Einnahme nicht (14).

Eine umfangreiche Auswertung aller klinischen Tribulus terrestris Studien aus dem Jahr 2014 kommt zu dem Schluss, dass sofern nur Arbeiten berücksichtigt werden, welche auf einer guten wissenschaftlichen Praxis beruhen, keine testosteronsteigernde Wirkung für das Tribulus terrestris bescheinigt werden kann (1). Die vorliegenden Studien von guter Qualität zeigen selbst bei Teilnehmern, die auf eine andere und positive Weise auf das Tribulus terrestris ansprechen (Blutzucker, Libido, Potenz) keine Veränderungen der Testosteron Werte.

Tribulus terrestris ist also definitiv kein Testosteron Booster.

Sportliche Leistungsfähigkeit -  Bodybuilding

Tribulus terrestris Pulver oder Kapseln werden gerne als Supplemente für Bodybuilding Sportler vermarktet und sollen mehr Testosteron, Kraft und Muskelmasse mit sich bringen.

Diese Behauptungen finden jedoch in der Forschung keinen Rückhalt. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit professionellen Rugby Spielern. Diese nahmen 450 mg Tribulus terrestris täglich ein und absolvierten ein 5-wöchiges Training Programm. Am Ende der Testphase wurde kein Unterschied in der Zunahme der Muskelkraft, Muskelmasse oder Körperfett festgestellt, wenn das Supplement oder das Placebo eingenommen wurde. Zudem gab es keinen Anstieg der Testosteronwerte und damit auch keine erhöhte Gefahr bei einem Dopingtest positiv durchzufallen (14).

Eine Studie von geringerer Qualität konnte mit 15 Teilnehmern und einer Dosis von 3,2 mg Tribulus terrestris pro kg Körpergewicht nach 8 Wochen keinen Unterschied zum Placebo feststellen. Die behandelten Teilnehmer hatten weder mehr Kraft in Grundübungen wie Bankdrücken oder Kniebeugen, noch mehr Muskelmasse aufgebaut (15)

Tribulus terrestris erzielte in einer klinischen Studie von geringer Qualität eine Abnahme von Körperfett bei Männern mit Unfruchtbarkeit. Da keine parallele Kontrollgruppe mit einem Placebo in die Untersuchung einbezogen wurde, sind die Ergebnisse nicht zuverlässig (16).

Der australische Sportverband empfiehlt aufgrund der fehlenden Wirksamkeit keinen Einsatz von Tribulus terrestris für die Steigerung der sportlichen Leistung (17).

Tribulus terrestris als Kohlenhydratblocker - Blutzucker

In vitro Versuche zeigen, dass ein Tribulus terrestris Extrakt 3 Enzyme im Darm blockt, die an der Verwertung von Kohlenhydraten und Fetten fundamental beteiligt sind (18). Darunter die Maltase-Glucoamylase (α-Glucosidase), welche die α-Glucose von Glucoseketten abspaltet. α-Glucosidase Hemmer werden als Antidiabetika bei der Behandlung des Diabetes Typ 2 verwendet.

Tribulus terrestris hemmt auch das α-Amylase Enzym, das Polysaccharide wie Stärke abbaut und an der Aufnahme von Zuckern aus der Nahrung beteiligt ist. Der dritte Enzym Typ sind die Lipasen, die Fette aus der Nahrung abbauen (18).

Saponine aus der Tribulus Pflanze können die Gluconeogenese in der Leber hemmen, bei diesem Prozess werden Aminosäuren in Zucker umgewandelt (19). Manche Diabetes Medikamente wie das Metformin senken auf diese Weise den Blutzucker.

Klinische Studien

In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 98 diabetischen Frauen nahmen die Teilnehmerinnen 1000 mg Tribulus terrestris täglich ein. Nach 3 Monaten stellten die Forscher eine Reduktion des Nüchternblutzuckers, des Langzeitblutzuckers (HbA1c) und des postprandialen (nach einer Mahlzeit) Blutzuckers fest. Die Tribulus terrestris Behandlung senkte das Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterin Werte. Die Triglyzerid Werte und das HDL-Cholesterin blieben unverändert (19).

Diabetiker sollten beachten, dass die Einnahme von Tribulus Kapseln oder Pulver die Aufnahme des Diabetesmedikaments Metformin erhöht.

Unfruchtbarkeit

Tribulus terrestris wurde zwecks Besserung der Spermienqualität hauptsächlich in Studien von geringer Qualität getestet. Eine solche Untersuchung mit 65 unfruchtbaren männlichen Patienten, die täglich 750 mg Tribulus terrestris zu sich nahmen, stellte eine höhere Spermienkonzentration und vermehrte Beweglichkeit fest. Eine Kontrollgruppe gab es leider nicht (16).

Ein Kombipräparat aus Myo-Inositol, Tribulus Terrestris, Alga Ecklonia und Biovis verbesserte in einer placebokontrollierten Studie die Beweglichkeit und Konzentration der Spermien, zudem senkte es die Anzahl der DNA-Brüche in den Spermien, welche stark zur Unfruchtbarkeit beitragen. Es ist jedoch schwer zu sagen welchen Anteil das Tribulus terrestris an dieser Wirkung hatte, die Studie war zudem nicht doppelblind placebokontrolliert (20).

Dagegen erzielte eine Dosis von 750 mg Tribulus terrestris täglich keine Veränderungen der Spermaqualität bei Männern mit idiopathischer Unfruchtbarkeit (ungeklärte medizinische Gründe). Auch diese Studie wurde ohne eine Placebo-Kontrollgruppe durchgeführt (21)  

Diuretische Wirkung

Einige Tribulus terrestris Inhaltsstoffe wirken diuretisch. Im Tiermodell stellte man eine vermehrte Ausscheidung von Natrium und Chlorid fest, jedoch nicht Kalium, was auf eine kaliumsparende diuretische Wirkung hinweist. Tribulus terrestris in hoher Dosis wirkte im Tiermodell so effizient wie das Diuretikum Furosemid (4).

Diese Eigenschaft wurde wahrscheinlich in der traditionellen Medizin genutzt um Tribulus gegen erhöhten Blutdruck einzusetzen.

Wechselwirkung mit Medikamenten

Saponine aus dem Tribulus terrestris erhöhten im Tiermodell die Absorption des Diabetes Medikaments Metformin (4). Es ist zu vermuten, dass auch andere Medikamente verstärkt aufgenommen werden durch eine parallele Einnahme von Tribulus terrestris.

Quellenangaben

1. Qureshi A, Naughton DP, Petroczi A. A systematic review on the herbal extract Tribulus terrestris and the roots of its putative aphrodisiac and performance enhancing effect. J Diet Suppl. 2014 Mar;11(1):64-79. PubMed PMID: 24559105.

2. Do J, Choi S, Choi J, Hyun JS. Effects and Mechanism of Action of a Tribulus terrestris Extract on Penile Erection. Korean J Urol. 2013 Mar;54(3):183-8. PubMed PMID: 23526694. Pubmed Central PMCID: PMC3604572.

3. Kumanov F, Bozadzhieva, E., Andreeva, M. Clinical trial of the drug "Tribestan.". Savr Med 4. 1982:211-5. 

4. Shahid M, Riaz M, Talpur MM, Pirzada T. Phytopharmacology of Tribulus terrestris. J Biol Regul Homeost Agents. 2016 Jul-Sep;30(3):785-8. PubMed PMID: 27655498.

5. Viktorov I, Kaloyanov, A., Lilov, L., Zlatanova, L., Kasabov, V. Clinical investigation on Tribestan in males with disorders in the sexual function. Med-Biol Inf. 1982.

6. Adimoelja A. Phytochemicals and the breakthrough of traditional herbs in the management of sexual dysfunctions. Int J Androl. 2000;23 Suppl 2:82-4. PubMed PMID: 10849504.

7. Sansalone S, Leonardi R, Antonini G, Vitarelli A, Vespasiani G, Basic D, et al. Alga Ecklonia bicyclis, Tribulus terrestris, and glucosamine oligosaccharide improve erectile function, sexual quality of life, and ejaculation function in patients with moderate mild-moderate erectile dysfunction: a prospective, randomized, placebo-controlled, single-blinded study. Biomed Res Int. 2014;2014:121396. PubMed PMID: 25136552. Pubmed Central PMCID: PMC4127274.

8. Santos CA, Jr., Reis LO, Destro-Saade R, Luiza-Reis A, Fregonesi A. Tribulus terrestris versus placebo in the treatment of erectile dysfunction: A prospective, randomized, double blind study. Actas Urol Esp. 2014 May;38(4):244-8. PubMed PMID: 24630840.

9. Tabakova P, Dimitrov, M., Tashkov, B. Kirkoua-Sofia Clinical studies on the preparation tribestan in women with endocrine infertility or menopausal syndrome. Kirkoua-Sofia, Clinical Studies on the Preparation Tribestan in Women with Endocrine Infertility or Menopausal Syndrome. 1984.

10. Postigo S, Lima SM, Yamada SS, dos Reis BF, da Silva GM, Aoki T. Assessment of the Effects of Tribulus Terrestris on Sexual Function of Menopausal Women. Rev Bras Ginecol Obstet. 2016 Mar;38(3):140-6. PubMed PMID: 26902700.

11. Akhtari E, Raisi F, Keshavarz M, Hosseini H, Sohrabvand F, Bioos S, et al. Tribulus terrestris for treatment of sexual dysfunction in women: randomized double-blind placebo - controlled study. Daru. 2014 Apr 28;22:40. PubMed PMID: 24773615. Pubmed Central PMCID: PMC4045980.

12. Neychev V, Mitev V. Pro-sexual and androgen enhancing effects of Tribulus terrestris L.: Fact or Fiction. J Ethnopharmacol. 2016 Feb 17;179:345-55. PubMed PMID: 26727646.

13. Neychev VK, Mitev VI. The aphrodisiac herb Tribulus terrestris does not influence the androgen production in young men. J Ethnopharmacol. 2005 Oct 03;101(1-3):319-23. PubMed PMID: 15994038.

14. Rogerson S, Riches CJ, Jennings C, Weatherby RP, Meir RA, Marshall-Gradisnik SM. The effect of five weeks of Tribulus terrestris supplementation on muscle strength and body composition during preseason training in elite rugby league players. J Strength Cond Res. 2007 May;21(2):348-53. PubMed PMID: 17530942.

15. Antonio J, Uelmen J, Rodriguez R, Earnest C. The effects of Tribulus terrestris on body composition and exercise performance in resistance-trained males. Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2000 Jun;10(2):208-15. PubMed PMID: 10861339.

16. Salgado RM, Marques-Silva MH, Goncalves E, Mathias AC, Aguiar JG, Wolff P. Effect of oral administration of Tribulus terrestris extract on semen quality and body fat index of infertile men. Andrologia. 2016 Jul 12. PubMed PMID: 27401787.

17. Pokrywka A, Obminski Z, Malczewska-Lenczowska J, Fijalek Z, Turek-Lepa E, Grucza R. Insights into Supplements with Tribulus Terrestris used by Athletes. J Hum Kinet. 2014 Jun 28;41:99-105. PubMed PMID: 25114736. Pubmed Central PMCID: PMC4120469.

18. Ercan P, El SN. Inhibitory effects of chickpea and Tribulus terrestris on lipase, alpha-amylase and alpha-glucosidase. Food Chem. 2016 Aug 15;205:163-9. PubMed PMID: 27006227.

19. Samani NB, Jokar A, Soveid M, Heydari M, Mosavat SH. Efficacy of the Hydroalcoholic Extract of Tribulus terrestris on the Serum Glucose and Lipid Profile of Women With Diabetes Mellitus: A Double-Blind Randomized Placebo-Controlled Clinical Trial. J Evid Based Complementary Altern Med. 2016 Oct;21(4):NP91-7. PubMed PMID: 27255456.

20. Capece M, Romeo G, Ruffo A, Romis L, Mordente S, Di Lauro G. A phytotherapic approach to reduce sperm DNA fragmentation in patients with male infertility. Urologia. 2016 Dec 28:0. PubMed PMID: 28058714.

21. Roaiah MF, Elkhayat YI, Saleh SF, Abd El Salam MA. Prospective Analysis on the Effect of Botanical Medicine (Tribulus terrestris) on Serum Testosterone Level and Semen Parameters in Males with Unexplained Infertility. J Diet Suppl. 2016 Jun 23:1-7. PubMed PMID: 27337519.

3 Erfahrungsberichte | Ø 4.7 von 5 Sterne

Hilfreichster Erfahrungsbericht

Von Sergej_83 am 11.04.2017 um 10:50 Uhr
Beim Kraftsport ist es doch gut einsetzbar. Ich nehme es jetzt schon seit 2 Monaten. Merke an meiner Musklemasse, dass es kleine aber gute Änderungen bewirkt. Mehr Kraft habe ich dadurch jetzt nicht bekommen, aber meine Leistung hat sich doch beim Sport selber verbessert.
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Von Tobi am 15.03.2017 um 14:18 Uhr
Ich bin 28 und leide nun auch schon seit gut 6 Jahren an ED, so etwas ist echt nicht toll, und es sind auch schon Beziehungen daran kaputtgegangen. Ich habe auch alles durchprobiert, von den verschreibungspflichtigen Medikamenten bis hin zu kleinen Wunderpillen vom Heilpraktiker. War alles nicht so, wie es sein sollte, laut meinem Arzt ist mein Testowert nicht überragend, aber nicht so niedrig, dass er mir da extern etwas zuführen möchte. Jetzt habe ich letztes Jahr angefangen Tribulus zu mir zu nehmen. Die Fortschritte waren doch gut und es hat sich positiv ausgewirkt. Ob Placebo-Effekt oder nicht, dass weiß ich nicht, aber dadurch das es mir hilft, schätze ich es auch als wirksam ein.
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Von SvenXXX am 03.04.2017 um 19:42 Uhr
Ich habe viel recherchiert und fand auch viele interessante Dinge über Tribulus Terrestris raus. Es ist eine Pflanze aus tropischen und subtropischen Gebieten. Was für mich selber sehr gut klingt ist, dass es ein pflanzlicher Wirkstoff ist, also kein Chemo-Medikament, was wiederum andere gesunde Zellen vielleicht im Körper angreift. Noch rausgefunden habe ich, das der Wirkstoff die Produktion eines bestimmten Hormones anregen soll, welches wiederum die Produktion von Testosteron anregt. Wer sich damit auskennt weiß, dass mehr Testosteron ein schnelleres Muskelwachstum antreibt, soll sehr interessant für Kraftsportler sein. Es kann aber noch viel mehr und wird in vieler traditioneller Medizin gegen die ein und andere Beschwerde eingesetzt. Es hilft unteranderem bei Magenkrämpfen, Potenzstörungen, wie auch soll es hilfreich bei Problemen mit der Prostata sein. Alle Studien die ich gelesen habe, waren mal begeistert mal nicht so von der Wirkung, glaube das es von Mensch zu Mensch abhängig ist und natürlich für welche Beschwerden es genutzt wird. Bei mir selber kann ich sagen, nach einer Langezeiterfahrung mit Tribulus terrestris, dass ich leistungsfähiger geworden bin. Ob ich es beim Training betrachte, beim Laufen oder beim Wandern, es ist wirkt sich auf mich positiv aus. Ich fühle mich besser und kann mich jetzt über keine Nebenwirkungen beschweren, eine Probe ist es doch immer wert und jeder kann es dann bei sich einschätzen.
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