Maca (Maca Pulver)

Maca (Lepidium meyenii) ist eine Pflanze aus den Anden, deren getrocknetes Pulver und die darin enthaltenen Wirkstoffe im Zusammenhang mit einer aphrodisierenden (lustanregenden) Wirkung, Linderung von Wechseljahrbeschwerden und Unfruchtbarkeit untersucht werden. Es liegen klinische, humane Studien mit Maca vor, deren Qualität beschränkt ist. Ein Teil der zugesprochenen Wirkungsweise basiert jedoch nur auf Forschung in Tiermodellen.

Zusammenfassung

Maca kommt in drei Ausprägungen vor: Schwarzes, rotes und gelbes Maca. Diese unterscheiden sich teilweise in ihrer biochemischen Zusammensetzung. Schwarzes und gelbes Maca stimulierte in humanen Studien die Spermatogenese und wirkte sich positiv auf die Gedächtnisleistung bei Tieren aus, während die rote Maca bei einer gutartigen Prostatavergrößerung (Hyperplasie) im Tiermodel half. Andere Wirkungsweisen, wie die Stimulation der Libido, scheinen unabhängig von der Maca Art zu sein.

Maca bei sexueller Dysfunktion

Maca wurde in über 5 doppelblind, placebokontrollierten klinischen Versuchen bei sexueller Dysfunktion getestet, diese waren von guter aber häufig nicht von ausgezeichneter wissenschaftlicher Qualität. Die Versuche erfolgten sowohl mit Männern als auch Frauen, bei postmenopausaler, erektiler und medikamentenverursachter Unlust und Dysfunktion. Eine Maca Dosis von 3 g täglich und ein Behandlungszeitraum von mehr als 4 Wochen scheinen notwendig zu sein, um eine Libido anregende Wirkung zu erzielen, auch wenn eine kleine Studie mit gesunden Männern bereits nach 14 Tagen eine Wirkung feststellen konnte.

Maca stimulierte in keiner der humanen Studien die Testosteronproduktion. Die Bewerbung von Maca Pulver als Testosteron Booster entbehrt daher jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.

Maca bei Frauen und Symptomen der Wechseljahre

Frauen, die auf eine Hormonersatztherapie (HRT) nach der Menopause verzichten möchten, probieren häufig natürliche Wirkstoffe aus in der Hoffnung die möglichen Nebenwirkungen der HRT wie Gewichtszunahme oder ein erhöhtes Brustkrebsrisiko zu umgehen. Nicht alle diese pflanzlichen Präparate sind aber wirklich wirksam oder frei von Nebenwirkungen. Maca wurde in mehreren doppelblind, placebokontrollierten Studien mit Frauen nach der Menopause untersucht. Die gängige Dosis betrug 3 g täglich über einen Behandlungszeitraum von 6-12 Wochen.

Die besten Ergebnisse erzielten zwei Studien, die leider von einem Hersteller von Maca Produkten mit kostenlosen Proben gesponsert wurden. In diesen Versuchen erzielte die Einnahme von Maca Kapseln folgende Veränderungen: 

  • die Produktion des weiblichen Hormons Estradiol (E2) wurde wieder angeregt
  • erhöhte Knochendichte und leichte Reduktion des Körpergewichts
  • die für Wechseljahre typisch erhöhten FSH-Werte (folikelstimulierendes Hormon) wurden durch Maca reduziert
  • Linderung der Häufigkeit und Intensität von typischen Symptome der Wechseljahre, darunter Depressionen, Unruhe, Stress, Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche und sexuelle Dysfunktion

Zwei kleinere unabhängige Studien konnten zwar keine Veränderungen im Hormonprofil nachweisen, dafür aber die gleichen Verbesserung der aufgezählten postmenopausalen Symptome, insbesondere die der psychologischen Art, nämlich Depressionen und Unruhe.

Das Maca Pulver scheint also durchaus einen Versuch wert zu sein, da es sich um ein nebenwirkungsarmes Präparat handelt. Der Mangel an ausreichenden unabhängigen klinischen Versuchen jedoch schmälert das Vertrauen in einen Teil der zugesprochenen Wirkung.

Maca bei Männern mit Unfruchtbarkeit

Maca wird gerne als ein fruchtbarkeitsanregendes, natürliches Mittel beworben. In verschiedenen Tiermodellen regte es die Spermienproduktion an und steigerte die Spermienqualität. Humane Studien sind rar und größtenteils nicht qualitativ, da sie klein angelegt und außer zwei ohne entsprechende Kontrollgruppen (Placebo) durchgeführt wurden.

Insgesamt ist bei dünner Beweislage ein Trend erkennbar, wonach Maca eventuell die Spermienanzahl, aber eher die Spermienqualität (Morphologie und Beweglichkeit) verbessert. Die übliche Dosis betrug 3 g und einen erforderte einen Einnahmezeitraum von 6 Wochen. Erwarten Sie jedoch keine überragende Wirkung, denn Maca ist kein Medikament.

Maca bei vergrößerter Prostata

Rotes Maca konnte in mehreren Laborversuchen ein durch Testosteron verursachtes, übermäßiges Prostatawachstum bei Versuchstieren rückgängig machen, in etwa so wirksam wie das Medikament Finasterid. Rotes Maca enthält Glucosinolate, gesunde Substanzen die im Zusammenhang mit einer Antikrebswirkung untersucht werden und auch im Brokkoli und Kohl vorkommen.

Maca Wirksamkeit beim Menschen: Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht für Maca bisher in keinem Fall eine gesundheitlich oder physiologisch relevante Wirksamkeit bei gesunden oder kranken Menschen als ausreichend durch klinische Forschung belegt an.

Anwendung

Dosierung/Einnahme 3 g täglich wurden hauptsächlich in Studien verwendet.  Verteilt zu den Mahlzeiten. Maca braucht mehrere Wochen für die Entfaltung der Wirkung.
Kombinieren mit Astaxanthin, L-Carnitin, Ginseng
Nicht einnehmen mit -
Nebenwirkungen Maca ist ein sicheres Nahrungsergänzungsmittel ohne festgestellte Nebenwirkungen in klinischen Studien.
Vorsicht -
Produktwahl Nur traditionell hergestelltes Maca enthält die aktiven Maca Inhaltsstoffe Macamide in ausreichender Menge. (siehe Kapitel Qualitätsmerkmale beim Kauf von Maca Produkten)

Maca (Lepidium meyenii Walpers, Lepidium peruvianum Chacón, Maca Wurzel) ist eine rübenähnliche Pflanze (Hypokotylknolle), die hauptsächlich in den perivianischen Anden angebaut wird. Maca wurde bereits von den Inkas für medizinische Zwecke eingesetzt und diese Überlieferungen weckten das Interesse der Medizin an den darin enthaltenen Wirkstoffen.

Aphrodisierende (luststeigernde) Wirkung von Maca

Maca wird hauptsächlich im Zusammenhang mit sexueller, erektiler Dysfunktion und Libido anregender Wirkung beworben. Bis heute wurden mehrere doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studien mit Maca durchgeführt, sowohl mit gesunden Probanden, als auch bei medikamentenverursachter (SSRI, Antidepressiva) sexueller Dysfunktion. Leider sind diese Studien, wenn auch relativ gut, nicht alle von höchster Qualität.

Obwohl Maca in einigen Studien bei Tieren die Produktion der Sexualhormone Testosteron und Östrogen angeregt hat, wurde dies nicht beim Menschen festgestellt. Bei Menschen oder zumindest bei Männern scheint die lustanregende Wirkung unabhängig von einer hormonellen Veränderung zu sein, bei Frauen ist dies noch ungewiss (1).

Die aktuellste qualitative Studie kommt aus dem Jahr 2015. In dieser wurden Frauen, die zuvor an mangelnder sexueller Lust durch Serotoninwiederaufnahmehemmer litten, mit 3 g Maca täglich 12 Wochen lang behandelt. Die Forscher nutzten dabei medizinisch etablierte Fragebögen (ASEX und MGH-SFQ) um das Ausmaß der sexuellen Dysfunktion vor und während der Behandlung einzuschätzen. Gemäß diesen gelang es im Durchschnitt doppelt so vielen mit Maca behandelten Frauen, eine Besserung der sexuellen Unlust herbeizuführen, verglichen mit der unbehandelten Kontrollgruppe. Der Anstieg der Libido hing mit einem Anstieg des Testosterons zusammen  (2). Frauen produzieren auch Testosteron, jedoch in deutlich geringeren Mengen als Männer, diese Produktion geht mit dem Alter immer weiter zurück. In einer anderen Studie mit Frauen nach der Menopause wurde jedoch keine Anregung der Testosteronwirkung oder damit zusammenhängenden Hormone (LH, luteinisierendes Hormon) festgestellt.

In einer zweiten Studie der gleichen Autoren erwies sich eine Dosis von 1,5 g Maca Pulver täglich als ungenügend um eine Libido stimulierende Wirkung bei Frauen zu erzielen, während 3 g aphrodisierend wirkten (3).

In einem klinischen Versuch mit 50 männlichen Teilnehmern, die im Durchschnitt 36 Jahre alt waren und an einer milden erektilen Dysfunktion litten, nahm ein Teil der Probanden 2400 mg Maca täglich für 12 Wochen ein. Im Gegensatz zur Placebo-Kontrollgruppe verbesserte sich die Erektion und das sexuelle Wohlgefühl bei den behandelten Männern (4). Hierbei handelte es sich um eher jüngere Männer mit nur geringfügigen Beschwerden, es bleibt daher die Frage offen, ob bei älteren Männern die Wirkung stärker zum Vorschein gekommen wäre oder nicht.

Die Maca Wirkung braucht eine Entfaltungszeit von mehreren Wochen (mehr als 4 Wochen) und tritt nicht sofort ein. In einer 12-wöchigen klinischen Untersuchung mit Männern zwischen 21-56 Jahren nahmen diese entweder 1,5 oder 3 g Maca oder ein Placebo ein. Nach 4 Wochen empfanden 24% der behandelten Männer eine gesteigerte sexuelle Lust, nach 8 Wochen waren es dann 40% der behandelten Teilnehmer. Das gleiche Ergebnis erzielten nur 16% derer, die das Placebo bekamen (1).

Ein weiteres Ergänzungsmittel, das zu diesem Zweck gerne genommen wird ist Ginseng.

Maca bei Frauen in der Menopause

Um die Symptome der Menopause zu bekämpfen, nutzen Frauen entweder eine Hormontherapie oder greifen zu Naturprodukten in der Hoffnung diese würden weniger Nebenwirkungen aufweisen. Maca wurde in klinischen Versuchen mit Frauen während (Perimenopause) und in der frühen und späten Postmenopause eingesetzt.

Über 160 Frauen in der frühen Postmenopause nahmen an einer klinischen Studie in Australien teil, bei der sie über bis zu 4 Monate 2 g Maca Pulver täglich einnahmen. Die Frauen hatten vor Studienbeginn niedrige Estradiol (E2) und erhöhte FSH (folikelstimulierendes Hormon) Werte, die typisch für eine Menopause sind. Maca regte die Estradiol Produktion an, unterdrückte simultan die FSH Werte und führte zu einem Anstieg des „guten“ HDL-Cholesterins. Der Konsum des Maca Pulvers in Kapseln führte gemäß den Fragebögen zur Einschätzung der postmenopausalen Symptome (GMS und KMI) zu einer Reihe von reduzierten Häufigkeit und Schweregrad der Symptome wie Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen, gefolgt von weniger Nervosität, Stimmungsschwankungen, einen unterbrochenen Schlafmuster, Müdigkeit, Stress, Depressionen und schwachem Sexualtrieb. Der KMI Index, der für den Schweregrad der postmenopausalen Symptome steht, wurde durch Maca deutlich von 22 auf 10 Punkte reduziert (5).

In einer kleiner angelegten Studie mit Frauen in den frühen Wechseljahren erzielte die Maca Anwendung ähnlich Ergebnisse und erhöhte das Estradiol und unterdrückte das FSH. Zudem senkte es die Konzentration des Stresshormons Cortisol und des Schilddrüsenhormons T3. Interessanterweise führte die Behandlung wahrscheinlich auch zur Reduktion des Körperfetts, da der Body Mass Index (BMI) durch das Maca verringert wurde. Im Gegensatz dazu führt die Hormonersatztherapie (HRT) häufig zu einer Gewichtszunahme. Die Forscher stellten eine erhöhte Knochendichte bei den behandelten Frauen fest, welche auch schon zuvor in Laboratorstudien mit Tiermodellen beobachtet wurde. Maca verringerte die Häufigkeit und Intensität von über 10 bis zu 20 postmenopausaler Symptome, je nachdem welcher Index zur Beurteilung herangezogen wurde. Die beteiligten Forscher fanden, dass Maca durch die Beeinflussung der Hypothalamus-Hypophyse Achse das hormonelle Gleichgewicht günstig ausbalancierte und so postmenopausalen Folgen entgegenwirkte (6).

Beide Studien wurden vom gleichen Forschungsteam durchgeführt und das Maca Produkt (Maca-GO®) von einem Unternehmen gesponsert. Dies stellt die positiven Forschungsergebnisse nicht automatisch in Frage, aber sollte zu denken geben.

Ein unabhängiger klinischer Versuch mit 14 Teilnehmerinnen fand gar keine hormonellen Veränderungen durch den Einsatz einer Dosis von 3,5 g Maca über 6 Wochen. Dennoch stellten die Forscher bei den behandelten Frauen eine Linderung der psychologischen Symptome inklusive innerer Unruhe, Depression und sexueller Unlust (7). Eine weitere kleinere chinesische Studie konnte mit Maca eine Reduktion der depressiven Verstimmung und des Bluthochdruck bei postmenopausalen Frauen feststellen (8).

Zusammengenommen wirkt Maca anscheinend gegen die psychologischen Symptome der Menopause und gegen einige typische Erscheinungen wie sexuelle Unlust, Stress, Depressionen und Müdigkeit. Ob es das hormonelle Gleichgewicht positiv beeinflusst und auch zu einer erhöhten Knochendichte führt, sollte durch unabhängige Versuche festgestellt werden.

Einsatz von Maca bei Unfruchtbarkeit

In Tiermodellen regte Maca bei Mäusen, Ratten, Stieren und Böcken die Spermatogenese an, es verbesserte die Spermaqualität (Beweglichkeit und Erscheinungsforum) und die Anzahl (9-12). Diese Wirkung scheint lediglich beim schwarzen und gelben Maca aufzutreten, jedoch nicht bei dem roten Maca (13).

Die humanen Studien sind leider relativ klein angelegt worden und sind außer einer von minderer Qualität, denn zwei wurden ohne eine Kontrollgruppe (Placebo) durchgeführt.

In einem kleinen Versuch nahmen 9 erwachsene, gesunde Männer 1500 oder 3000 mg Maca täglich ein, über einen Behandlungszeitraum von 4 Monaten. Ohne eine Veränderung der Hormonwerte, stiegen das Spermavolumen, die Spermienkonzentration (um 35%), die Spermienanzahl (84%) sowie die Anzahl der beweglichen Spermien (um 105%) an (14).

Zehn Männer mit klinisch diagnostizierter Unfruchtbarkeit erzielten mit Maca keine höhere Spermienkonzentration oder Spermienanzahl nach 12 Wochen. Es fand jedoch eine Zunahme der beweglichen Spermien um 10% und eine Normalisierung der Spermienmorphologie (Erscheinungsform) um 12% statt.

Eine doppelblind, placebokontrollierte klinische Studie stellte bei einer täglich Dosis von 1,75 g gelbem Maca zwar keine Verbesserung der Gesamtspermienanzahl, dafür einen Trend für eine erhöhte Spermienkonzentration und Beweglichkeit, welche für einen Qualitätsanstieg steht (15).

In einem doppelblind, placebokontrollierten Versuch mit unfruchtbaren Männern wurde Maca mit L-Carnitin verglichen, wobei Maca die Spermienbeweglichkeit steigerte und L-Carnitin die Spermienanzahl  (16).

In allen Studien trat die fruchtbarkeitsstimulierende Wirkung nach 6 Wochen Einnahme ein. Insgesamt ist die Beweislage relativ dünn. Es ist daher zu erwarten, dass Maca eventuell eine leichte fruchtbarkeitsanregende Wirkung hat.

Sportliche Leistung

Da Maca Pulver häufig im Zusammenhang von gesteigerter Zeugungsfähigkeit, sexueller Aktivität und Fruchtbarkeit untersucht wurde, lag es nahe es auch für die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit zu testen.

In einer kleinen Studie nahmen erfahrene, trainierte Radfahrer 14 Tage lang Maca ein. Sie wurden am Anfang und zum Ende der Einnahmephase aufgefordert eine Strecke von 40 km zu radeln. Die behandelten Teilnehmer absolvierten die Strecke ungefähr 1 Minute schneller als die unbehandelten Radfahrer (17). Sie empfanden auch eine gesteigerte sexuelle Lust. Insgesamt sind die Ergebnisse der Studie nicht sehr überzeugend, um Maca als interessantes Supplement für Sportler zu empfehlen.

Gedächtnisleistung und neurologische Wirkung

Die Auswirkung von Maca auf die kognitive Leistung wurde in Tiermodellen getestet. Mäuse, die aufgrund eines Alkoholkonsums an verminderter Gedächtnisleistung litten, fanden leichter aus einem experimentellen Labyrinth heraus, wenn ihnen zuvor schwarzes Maca verabreicht wurde (18).

Mäuse bekamen in einer Studie die Substanz Scopolamin verabreicht, welche die Gedächtnisleistung beeinträchtigt indem sie in die Funktion des Neurotransmitters Acetylcholins im Gehirn hemmt. Maca verhinderte den durch Scopolamin hervorgerufenen Leistungseinbruch (19).

Humane Studien zu dieser Thematik existieren nicht. Frauen nach der Menopause hatten durch Maca weniger Beschwerden in Form von Depressionen, Unruhe, Stress und Müdigkeit (5).

Maca bei Prostatahyperplasie

Das rote Maca reduzierte in mehreren Laborversuchen mit Mäusen die Größe der Prostata und wirkte einer Prostatahyperplasie entgegen. Das Gleiche gilt nicht für die schwarze und gelbe Variante, vermutlich weil das rote Maca deutlich mehr Glucosinolate enthält (20). Diese Substanzen weisen Eigenschaften auf, die einem übermäßigen, krebstypischen Wachstum entgegenwirken indem sie im Körper zu Isothyocyanaten und Indol-3-Carabinol (I3C)  konvertieren. Diese Stoffe kommen auch in Kohlgemüse und Brokkoli (Brassica Gemüse) vor. Sie können einer Prostatavergrößerung und Krebsentwicklung in Maßen vorbeugen, teilweise indem sie entgiftende Enzyme anregen und damit die Neutralisierung von krebserregenden Stoffen bewirken und andererseits direkt einem abnormalen Wachstum entgegenwirken (2122).

Ratten denen das männliche Hormon Testosteron verabreicht wurde (Testosteron Enantat) erfuhren eine Vergrößerung der Prostata, da das Prostata Wachstum durch Androgene angeregt wird. Rotes Maca oder Extrakte aus der Pflanze wiederum verringerten dosisabhängig das übermäßige Prostatawachstum (2324). Das Prostatamedikament Finasterid wurde parallel als Kontrolle eingesetzt, da es das 5-Alpha Reduktase Enzym und damit die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) hemmt. DHT führt zum Prostatawachstum. Interessanterweise wirkte das rote Maca genauso oder besser als Finasterid indem es wieder zu einer Verkleinerung der Prostata führte, ohne aber die Samenblase zu verkleinern wie Finasterid (23). Die Samenblase steuert bei der Ejakulation den Großteil des Volumens bei.

Die Wirkungsweise ist noch unbekannt, da Maca den Hormonhaushalt nicht beeinflusst. Es scheint aber den Zinkgehalt in der Prostata zu senken (25). Zink wiederum fördert die Umwandlung von Testosteron zu DHT.

Leider fehlen humane, klinische Versuche zu dieser Thematik, so dass kein Nachweis einer Wirksamkeit im Menschen vorhanden ist und nur spekulativ bleibt.

Nebenwirkungen

In keiner der klinischen Studien wurden Nebenwirkungen durch Maca Pulver bei einer Dosierung von 3-4 g täglich festgestellt (26). In Tiermodellen wurde die Sicherheit von Maca bei einer auf den Menschen übertragenen Dosis von über 770 g bei einer 70 kg schweren Person festgesetzt (27). Menschen aus Südamerika essen 50-100 g trockenes Maca pro Mahlzeit (27).

Solange Sie die Dosis in einem vernünftigen Rahmen halten, sprich nicht höher als 5 g sollten Sie keine Nebenwirkungen durch Maca erfahren.

Qualitätsmerkmale beim Maca Pulver Kauf

Die traditionelle Herstellung von Macapulver wird in den Anden findet in mehreren Schritten statt. Die geernteten Macaknollen werden zu Pulver verarbeitet und zunächst im Freien getrocknet. In den Anden herrschen extreme Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht und das bei einem sehr niedrigen Luftdruck bei einer Höhe von über 4000 m über dem Meeresspiegel. Nach einigen Wochen wird das Macamehl in Öfen bei 60° C getrocknet (28).

Forschungsergebnisse zeigen, dass einige der wichtigsten bioaktiven Wirkstoffe aus der Macapflanze, die sogenannten Macamiden, erst während dieser traditionellen Verarbeitung aufgrund der harschen Umweltverhältnisse entstehen. Die Einflüsse setzen Enzyme, Fettsäuren und andere Substanzen aus der Maca frei, welche wiederum miteinander reagieren und die Maca Inhaltsstoffe, die Macamiden bilden (28). Frisches Maca weist diese Wirkstoffe nur in geringen Mengen auf. Die Konzentration des am häufigsten vorkommenden Macamids, des n-Benzylhexadecanamid, ist beim Kauf ein Gütemerkmal für die Qualität der Maca Produkte. In Studien betrug die Konzentration des n-Benzylhexadecanamids je nach Produkt zwischen 0,5 und 4,5 mg/g Maca (15).

Beim Kauf von Maca Produkten sollten Sie daher darauf achten, dass diese auf die traditionelle Weise hergestellt wurden. Es bleibt ungewiss ob Produkte chinesischer Hersteller den gleichen Wirkstoffgehalt enthalten.

Quellenangaben

1. Gonzales GF, Cordova A, Vega K, Chung A, Villena A, Gonez C, et al. Effect of Lepidium meyenii (MACA) on sexual desire and its absent relationship with serum testosterone levels in adult healthy men. Andrologia. 2002 Dec;34(6):367-72. PubMed PMID: 12472620.

2. Dording CM, Schettler PJ, Dalton ED, Parkin SR, Walker RS, Fehling KB, et al. A double-blind placebo-controlled trial of maca root as treatment for antidepressant-induced sexual dysfunction in women. Evidence-based complementary and alternative medicine : eCAM. 2015;2015:949036. PubMed PMID: 25954318. Pubmed Central PMCID: 4411442.

3. Dording CM, Fisher L, Papakostas G, Farabaugh A, Sonawalla S, Fava M, et al. A double-blind, randomized, pilot dose-finding study of maca root (L. meyenii) for the management of SSRI-induced sexual dysfunction. CNS neuroscience & therapeutics. 2008 Fall;14(3):182-91. PubMed PMID: 18801111.

4. Zenico T, Cicero AF, Valmorri L, Mercuriali M, Bercovich E. Subjective effects of Lepidium meyenii (Maca) extract on well-being and sexual performances in patients with mild erectile dysfunction: a randomised, double-blind clinical trial. Andrologia. 2009 Apr;41(2):95-9. PubMed PMID: 19260845.

5. Meissner HO, Mscisz A, Reich-Bilinska H, Kapczynski W, Mrozikiewicz P, Bobkiewicz-Kozlowska T, et al. Hormone-Balancing Effect of Pre-Gelatinized Organic Maca (Lepidium peruvianum Chacon): (II) Physiological and Symptomatic Responses of Early-Postmenopausal Women to Standardized doses of Maca in Double Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Multi-Centre Clinical Study. International journal of biomedical science : IJBS. 2006 Dec;2(4):360-74. PubMed PMID: 23675005. Pubmed Central PMCID: 3614647.

6. Meissner HO, Mscisz A, Reich-Bilinska H, Mrozikiewicz P, Bobkiewicz-Kozlowska T, Kedzia B, et al. Hormone-Balancing Effect of Pre-Gelatinized Organic Maca (Lepidium peruvianum Chacon): (III) Clinical responses of early-postmenopausal women to Maca in double blind, randomized, Placebo-controlled, crossover configuration, outpatient study. International journal of biomedical science : IJBS. 2006 Dec;2(4):375-94. PubMed PMID: 23675006. Pubmed Central PMCID: 3614644.

7. Brooks NA, Wilcox G, Walker KZ, Ashton JF, Cox MB, Stojanovska L. Beneficial effects of Lepidium meyenii (Maca) on psychological symptoms and measures of sexual dysfunction in postmenopausal women are not related to estrogen or androgen content. Menopause. 2008 Nov-Dec;15(6):1157-62. PubMed PMID: 18784609.

8. Stojanovska L, Law C, Lai B, Chung T, Nelson K, Day S, et al. Maca reduces blood pressure and depression, in a pilot study in postmenopausal women. Climacteric : the journal of the International Menopause Society. 2015 Feb;18(1):69-78. PubMed PMID: 24931003.

9. Gonzales GF, Gonzales-Castaneda C, Gasco M. A mixture of extracts from Peruvian plants (black maca and yacon) improves sperm count and reduced glycemia in mice with streptozotocin-induced diabetes. Toxicology mechanisms and methods. 2013 Sep;23(7):509-18. PubMed PMID: 23489070.

10. Yucra S, Gasco M, Rubio J, Nieto J, Gonzales GF. Effect of different fractions from hydroalcoholic extract of Black Maca (Lepidium meyenii) on testicular function in adult male rats. Fertility and sterility. 2008 May;89(5 Suppl):1461-7. PubMed PMID: 17669402.

11. Clement C, Kneubuhler J, Urwyler A, Witschi U, Kreuzer M. Effect of maca supplementation on bovine sperm quantity and quality followed over two spermatogenic cycles. Theriogenology. 2010 Jul 15;74(2):173-83. PubMed PMID: 20452008.

12. Lavana A, Vázquez R, Palma-Irizarry M, Orihuela A. Effect of supplementation with maca (Lepidium meyenii) in libido and semen characteristics in hair sheep rams (Ovis aries). Bol latinoam Caribe plantas med aromát. 2013;12(3):238-42. 

13. Gasco M, Aguilar J, Gonzales GF. Effect of chronic treatment with three varieties of Lepidium meyenii (Maca) on reproductive parameters and DNA quantification in adult male rats. Andrologia. 2007 Aug;39(4):151-8. PubMed PMID: 17683465.

14. Gonzales GF, Cordova A, Gonzales C, Chung A, Vega K, Villena A. Lepidium meyenii (Maca) improved semen parameters in adult men. Asian journal of andrology. 2001 Dec;3(4):301-3. PubMed PMID: 11753476.

15. Melnikovova I, Fait T, Kolarova M, Fernandez EC, Milella L. Effect of Lepidium meyenii Walp. on Semen Parameters and Serum Hormone Levels in Healthy Adult Men: A Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Pilot Study. Evidence-based complementary and alternative medicine : eCAM. 2015;2015:324369. PubMed PMID: 26421049. Pubmed Central PMCID: 4569766.

16. C. Poveda RR, E. E. Chu, L. E. Aparicio, I. G. Gonzales, C. J. Moreno. A placebo-controlled double-blind randomized trial of the effect of oral supplementation with spermotrend, maca extract (lepidium meyenii) or L-carnitine in semen parameters of infertile men. Fertility and sterility. 2013 (100(3)). PubMed PMID:

17. Stone M, Ibarra A, Roller M, Zangara A, Stevenson E. A pilot investigation into the effect of maca supplementation on physical activity and sexual desire in sportsmen. Journal of ethnopharmacology. 2009 Dec 10;126(3):574-6. PubMed PMID: 19781622.

18. Rubio J, Yucra S, Gasco M, Gonzales GF. Dose-response effect of black maca (Lepidium meyenii) in mice with memory impairment induced by ethanol. Toxicology mechanisms and methods. 2011 Oct;21(8):628-34. PubMed PMID: 21780878.

19. Rubio J, Dang H, Gong M, Liu X, Chen SL, Gonzales GF. Aqueous and hydroalcoholic extracts of Black Maca (Lepidium meyenii) improve scopolamine-induced memory impairment in mice. Food and chemical toxicology : an international journal published for the British Industrial Biological Research Association. 2007 Oct;45(10):1882-90. PubMed PMID: 17543435.

20. Meissner HO, Mscisz A, Mrozikiewicz M, Baraniak M, Mielcarek S, Kedzia B, et al. Peruvian Maca (Lepidium peruvianum): (I) Phytochemical and Genetic Differences in Three Maca Phenotypes. International journal of biomedical science : IJBS. 2015 Sep;11(3):131-45. PubMed PMID: 26508907.

21. Kapusta-Duch J, Kopec A, Piatkowska E, Borczak B, Leszczynska T. The beneficial effects of Brassica vegetables on human health. Roczniki Panstwowego Zakladu Higieny. 2012;63(4):389-95. PubMed PMID: 23631258.

22. Zhang WW, Feng Z, Narod SA. Multiple therapeutic and preventive effects of 3,3'-diindolylmethane on cancers including prostate cancer and high grade prostatic intraepithelial neoplasia. Journal of biomedical research. 2014 Sep;28(5):339-48. PubMed PMID: 25332705. Pubmed Central PMCID: 4197384.

23. Gasco M, Villegas L, Yucra S, Rubio J, Gonzales GF. Dose-response effect of Red Maca (Lepidium meyenii) on benign prostatic hyperplasia induced by testosterone enanthate. Phytomedicine : international journal of phytotherapy and phytopharmacology. 2007 Aug;14(7-8):460-4. PubMed PMID: 17289361.

24. Gonzales GF, Miranda S, Nieto J, Fernandez G, Yucra S, Rubio J, et al. Red maca (Lepidium meyenii) reduced prostate size in rats. Reproductive biology and endocrinology : RB&E. 2005;3:5. PubMed PMID: 15661081. Pubmed Central PMCID: 548136.

25. Gonzales C, Leiva-Revilla J, Rubio J, Gasco M, Gonzales GF. Effect of red maca (Lepidium meyenii) on prostate zinc levels in rats with testosterone-induced prostatic hyperplasia. Andrologia. 2012 May;44 Suppl 1:362-9. PubMed PMID: 21762188.

26. Shin BC, Lee MS, Yang EJ, Lim HS, Ernst E. Maca (L. meyenii) for improving sexual function: a systematic review. BMC complementary and alternative medicine. 2010;10:44. PubMed PMID: 20691074. Pubmed Central PMCID: 2928177.

27. Chung F, Rubio J, Gonzales C, Gasco M, Gonzales GF. Dose-response effects of Lepidium meyenii (Maca) aqueous extract on testicular function and weight of different organs in adult rats. Journal of ethnopharmacology. 2005 Apr 8;98(1-2):143-7. PubMed PMID: 15763375.

28. Esparza E, Hadzich A, Kofer W, Mithofer A, Cosio EG. Bioactive maca (Lepidium meyenii) alkamides are a result of traditional Andean postharvest drying practices. Phytochemistry. 2015 Aug;116:138-48. PubMed PMID: 25817836.

4 Erfahrungsberichte | Ø 5.0 von 5 Sterne

Hilfreichster Erfahrungsbericht

Von Vita am 03.03.2017 um 21:59 Uhr
Meine Erfahrung mit Maca ist insgesamt echt gut. Es ist vielleicht in schweren Fällen kein Ersatz für Medikamente, aber falls man an Lustlosigkeit und Erschöpfung leidet hilft es doch spürbar. Im Text wird gesagt die Wirkung würde erst spürbar nach einem Monat eintreten, ich hatte sie aber schon ungefähr nach einer Woche.
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Von honey am 07.03.2017 um 21:16 Uhr
hallo welches maca hast du eingenommen,da ich gelesen habe,dass es verschiedene farben gibt
Von iNutro am 20.03.2017 um 14:22 Uhr
Hallo Honey unsere Kommentarfunktion ermöglicht es (noch) nicht die User zu benachrichtigen, wenn man ihre Beiträge kommentiert. In den Studien scheinen die von Vita näher beschriebenen Wirkungsweisen bzw. Erfahrungen nicht von der Maca Farbe abhängig zu sein. In der Regel wurde rotes Maca verwendet.
Von Hubert Kuehl am 16.03.2017 um 10:46 Uhr
Was die Wirkung anbelangt soll sich ja Maca positiv auf die Libido auswirken, leider kann ich das schlecht bestätigen, mir geht nicht darum, mir geht es vor allem um ein Wiedergewinnen jugendlicher Energie durch antioxidative Wirkung, Anregung des Hormonstoffwechsels. Ich finde das Maca ein gutes Nahrungsergänzungmittel ist und kombiniere für verschiedene Mahlzeiten. Ich habe mit Maca gute Erfahrungen gemacht, die Wirkung ist vitalisierend. Ich bin letztes Jahr 50 geworden und in dem Alter finde ich es doch wichtig das man vital bleibt und noch genügend Energie verspürt. Beim Ausdauersport konnte ich kleine Fortschritte feststellen und find es schon sehr ausreichend für mich.
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Von Heidrun am 02.04.2017 um 08:28 Uhr
Bevor ich angefangen habe Maca zu nehmen, träumte ich sehr intensiv und bunt, ich kam schlecht ausgeschlafen aus dem Bett und das war sehr oft der Fall bei mir. Nach 2 Wochen als ich mit der Einnahme angefangen habe, habe ich festgestellt, dass ich zwar immer noch träume, aber nicht mehr so intensiv. Es gab schon 2 Tage wo ich mich an meinem Traum nicht erinnern konnte, davor war es kaum der Fall, ich glaube auch die Kopfschmerzen kamen bei mir immer vom schlechten Schlaf. Nebenbei habe ich noch bemerkt, dass ich gelassener geworden bin und trotz Arbeitsstress kann ich entspannter arbeiten, Mittagspause machen und abends auch von allem abschalten. Ich fühle mich fit ich habe sehr guten Appetit, ich hoffe ich werde nicht zunehmen also, ich bin gespannt wie es weiterwirkt. Glaube das bei mir auch sehr bald die Wechseljahre anfangen, hoffe auch das die Einnahme von Maca in diesem Fall bei mir helfen wird, Symptome verspüre ich noch keine, gehe auch regelmäßig zum Arzt, der hatte auch zum positiven meine Einnahme bestätigt, es gibt keine Nebenwirkungen und schadet mir auch nicht.
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Von Ironman am 10.04.2017 um 16:32 Uhr
Ich liebe diese stärkende Eigenschaft von Maca, sie gibt mir jeden Tag die nötige Power. Eine echte Alternative zu herkömmlichen Energiedrinks, denn hier gibt es keine unerwünschten Nebenwirkungen, sondern einfach nur einen powervollen Körper, der funktioniert und entspannt läuft.
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