Krillöl

Krillöl enthält das Antioxidans Astaxanthin und ähnlich wie das Fischöl die Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA. Diese Fette liegen im Krillöl als Phospholipide vor und weisen eventuell eine bessere Bioverfügbarkeit (Aufnahme im Körper) auf als herkömmliches Fischöl. Krillöl wirkt wahrscheinlich kardioprotektiv (herzschützend), entzündungshemmend und verbessert die kognitiven Fähigkeiten. Es sind nicht ausreichend klinische Studien vorhanden um eine Wirksamkeit von Krillöl zu beweisen, die über die von Omega-3 Fettsäuren hinausgeht.

Zusammenfassung

Krillöl ist wie das Fischöl eine Quelle für Omega-3 Fettsäuren. Zu diesen können Sie mehr unter dem jeweiligen Artikel lesen. Die Omega-3 Phospholipide aus dem Krillöl werden besser vom Gehirn aufgenommen als EPA und DHA aus Fischöl. Dagegen ist es umstritten ob Krillöl insgesamt eine bessere Bioverfügbarkeit aufweist und dem Fischöl gegenüber überlegen ist.

Kardioprotektive Eigenschaften von Omega-3 Fettsäuren

Die kardioprotektive Wirkung dieser Fettsäuren ist vor allem von einer effizienten Erhöhung der Omega-3 Konzentration im Blut (Omega-3 Index) abhängig.  Die Datenlage zur Effizienz von Krillöl den Omega-3 Index anzuheben ist umstritten, da manche Studien im Vergleich zum Fischöl eine bessere, genauso gute oder schlechtere Effektivität aufzeigen. Es ist daher derzeit nicht möglich eine Dosisempfehlung auszusprechen bei Patienten denen eine therapeutische Omega-3 Einnahme vom Arzt empfohlen wurde. Diese sollten lieber auf die entsprechenden Fischölprodukte zurückgreifen.

In einer klinischen Studie konnte Krillöl den Triglyceridspiegel dosisabhängig um bis zu -25% senken (bei 3 g täglich). Eine andere Studie erzielte mit einer ähnlichen Dosis lediglich eine Reduktion um -10%. Die Ergebnisse sind daher inkonsistent.

Krillöl senkt bei fettleibigen Menschen den Botenstoff 2-Arachidonoylglycerol (2-AG), der in Verbindung mit einem erhöhten Appetit und Übergewicht steht. Bei Mäusen minderte es die Gewichtszunahme durch eine hochkalorische, fettige Diät. Bei Menschen ist eine so drastische Wirkung definitiv nicht zu erwarten.

Krill Öl neurologische Wirkung

Die Phospholipide aus dem Krillöl werden gut vom Gehirn absorbiert. In Studien an Tieren regte es die Ausschüttung von Nervenwachstumsfaktoren an, wirkte antidepressiv und angstlösend (anxiolytisch). In einer klinischen Studie mit älteren Menschen war das Krillöl effizienter als Fischöl indem es die Sauerstoffversorgung bestimmter Gehirnareale während kognitiver Tests und Aufgaben deutlicher anregte. Das antioxidative Astaxanthin aus dem Krillöl mindert den Stress durch freie Radikale im vorderen Bereich des Gehirns und ergänzt damit die Wirkung von EPA und DHA auf die Gehirnleistung.

Antientzündliche Eigenschaften

In einer doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studie reduzierte Krillöl die Entzündungswerte und Symptome von Arthritis wie Schmerz und Steifigkeit der Gelenke. Frauen, die Krillöl einnahmen, erfuhren deutlich geringere Auswirkungen des prämenstruellen Syndroms (PMS) und konnten die Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten verringern. Die immunmodulierende Wirkung im Menschen ist jedoch derzeit wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Krill Öl Wirksamkeit beim Menschen: Die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) sieht derzeit folgende Wirkungsweisen von Omega-3 Fettsäuren (sind im Krill Öl enthalten) durch humanen Studien als ausreichend bewiesen an:

DHA und EPA tragen zur normalen Funktion des Herzens bei (Dosis von 0.25 g pro Tag)

DHA und EPA tragen zur Erhaltung des normalen Blutdrucks bei (Dosis von 3 g pro Tag)

DHA und EPA tragen zur Erhaltung des normalen Triglyzerid-Blutspiegels bei (Dosis 2 g pro Tag)

DHA trägt zur Erhaltung der normalen Gehirnfunktion bei (Dosis 0.25 g pro Tag)

DHA trägt zur Erhaltung der normalen Sehkraft bei (Dosis 0.25 g pro Tag)

Anwendung

Dosierung/Einnahme Je nachdem zu welchen Zwecken Sie die Omega-3 Fettsäuren einnehmen unterscheidet sich die Dosis. 1-2 g täglich sind empfehlenswert insbesondere in den ersten Wochen, da Omega-3 Fettsäuren eine Akkumulierungszeit brauchen um den Omega-3 Index auf die gewünschten Werte zu bringen. Nach einigen Wochen können Sie auf 500-1000 mg Erhaltungsdosis herunterfahren.
Kombinieren mit Flohsamenschalen, Glucomannan, L-Carnitin
Nicht einnehmen mit -
Nebenwirkungen -
Vorsicht -
Produktwahl Der bekannteste Krill Öl Hersteller ist Neptun®. Es empfiehlt sich daher sich eher an Produkte von Anbietern zu halten, die aus dem Bestand von Neptun® stammen.

Krillöl wird aus kleinen Krustentieren, den Krill (Euphausia superba) aus dem Antarktischen Ozean gewonnen. Das Öl aus den Krill ist reich an Omega-3 Fettsäuren (Eicosapentaensäure EPA und Docosahexaensäure DHA). Um den vollen Überblick über die gesundheitliche Bedeutung von Omega-3 Fetten zu verstehen, empfehlen wir Ihnen den dazugehörigen Artikel zu lesen, da sich dieser Artikel speziell auf Krillöl bezieht.

Bestandteile des Krillöls

Ähnlich wie das Fischöl, enthält Krillöl zu einem hohen Anteil die mehrfach ungesättigten Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA. Reines Krillöl besteht zu 20% aus EPA+DHA Fettsäuren, Fischöl enthält in der Regel 30% (1). Der Unterschied zum Fischöl liegt in der Form, in der diese Fettsäuren vorliegen.

Fischöl enthält hauptsächlich die sogenannten Omega-3 Triglyceride, also ein Molekül Glycerin, an dem jeweils drei Moleküle der Omega-3 Fettsäuren befestigt sind. Krillöl dagegen ist reich an Phospholipiden, also Omega-3 Fettsäuren gebunden hauptsächlich an das Phosphatidylcholin. Diese Form steigert die Bioverfügbarkeit von Omega-3 insbesondere, wenn es um die Anreicherung im Gehirn geht (2, 3). Diese verbesserte Aufnahme ist erwünscht, wenn DHA und EPA zwecks Behandlungen von Depressionen oder Gehirnleistung verabreicht werden. Es ist derzeit jedoch umstritten ob Krillöl generell im Körper besser aufgenommen wird als Fischöl.

Krillöl enthält das Antioxidans Astaxanthin in verschiedenen Formen und in einer Konzentration von ungefähr 8 mg/g Krillöl (4). Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie EPA und DHA neigen sehr zur Reaktion mit Sauerstoff und werden dabei peroxidiert. Diese sogenannte Lipidperoxidation macht aus Omega-3 Fetten entweder nutzlose oder gesundheitsschädliche Substanzen (5). Astaxanthin kann hierbei als Puffer dienen und ohne einen zusätzlichen Zusatz von Antioxidantien die Oxidation des Krillöls mindern. Astaxanthin zeigt eine enorme antioxidative Kapazität, die 34-mal effizienter freie Radikale abfängt als CoQ10 (6).

Krillöl im Vergleich zu Fischöl

Die Omega-3 Fettsäuren aus dem Fischöl erweckten insbesondere das medizinische Interesse wegen ihrer potentiellen kardioprotektiven Eigenschaften wie Triglyceridsenkung, Entzündungshemmung , leichter Senkung des Bluthochdrucks und der Herzfrequenz sowie einem geringeren Risiko für Herzarrhythmien (1).

Der Omega-3 Index ist ein diagnostisches Maß, bei dem die Konzentration der Omega-3 Fette in roten Blutkörperchen gemessen wird. Anhand dieser wird dann ein Risiko für die Erkrankung von Herzkranzgefäßen eingeschätzt. Ein Omega-3 Index von <4 steht für ein hohes Risiko, 4-8 für ein moderates und ein Index von >8 für ein niedriges Risiko (7)

In einigen klinischen Studien konnte das Krillöl effizienter den Omega-3 Index anheben als Fischöl, obwohl die im Krillöl eingesetzte EPA und DHA Konzentration geringer war (89). Neuere Studienergebnisse jedoch zeigen keine überlegene Absorption der Phospholipide aus dem Krillöl gegenüber dem Fischöl. In einer Studie wurden Fischöl- und Krillölprodukte gemäß den Herstellerangaben an die Teilnehmer verabreicht. Eine höhere Dosis der konzentrierten Fischöltriglyceride (650 mg EPA und 450 mg DHA) erhöhte den Omega-3 Index deutlich besser als eine geringe Dosis Krillöl (150 mg EPA und 90 mg DHA). Die vom Hersteller empfohlene Krillöl Dosis reichte nicht aus um gemäß dem Omega-3 Index das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen zu minimieren (10). Dennoch sind die Ergebnisse dieser Studie nicht vielsagend.

Eine kritische und umfangreiche Analyse der derzeit vorliegenden Studien zur Absorption und Bioverfügbarkeit von Omega-3 Fetten aus verschiedenen Quellen kommt zum Schluss, dass die meisten Studien an methodischen Mängeln leiden und auch schwer eine Vergleichbarkeit zwischen den Forschungsarbeiten möglich ist. Somit ist es schwer ein endgültiges Urteil zu fällen und Krillöl gegenüber anderen Quellen zu empfehlen (11). Eine Analyse aus dem Jahr 2015 geht von sowohl einer besseren Bioverfügbarkeit von Krill Öl aus, als auch einer leicht vom Fischöl verschiedenen biologischen Wirkung (12).

Dyslipidämie und Kardioprotektion

Krillöl wirkt ab 1 g/Tag triglyceridsenkend und beeinflusste in einer klinischen Studie positiv die Cholesterin- und Blutzuckerwerte.

Krillöl wurde in einer 12-wöchigen, doppelblind placebokontrollierten klinischen Studie mit Fischöl verglichen in Bezug auf die Cholesterin-, Triglyzerid- und Blutzuckerwerte. Krillöl wurde in einem Dosisbereich von 1 g – 3g täglich verabreicht und mit der Wirkung von 3 g Fischöl und Placebo verglichen. Die Teilnehmer der Studie waren übergewichtig bis fettleibig und hatten erhöhte Blutfettwerte.

  • 1 g, 1,5 g, 2 g und 3 g Krillöl senkten das mit Atherosklerose assoziierte LDL-Cholesterin um jeweils 32, 36, 37 und 39 Prozent. Fischöl dagegen konnte das LDL-Cholesterin nicht statistisch signifikant senken und in der Placebogruppe stiegen die Werte innerhalb der 90 Tage sogar um 13%.

  • Das gute HDL-Cholesterin wurde durch 1 g, 1,5 g, 2 g und 3 g Krillöl um 44, 43, 55 und 59 Prozent angehoben. Fischöl dagegen erzielte lediglich einen Anstieg um 4,2%.

  • Krillöl verringerte den Blutzucker um 5,6-6,3 Prozent, während Fischöl eine Reduktion um 3,3% erzielte.

  • Krillöl senkte auch die Triglyceridwerte in einem dosisabhängigen Bereich von 11-26%. Fischöl dagegen erzielte gar keine Wirkung. Dieses Ergebnis ist jedoch seltsam, da gerade Fischöl eine ausgeprägte triglyceridsenkende Wirkung aufweist, welche in einer Vielzahl von Studien nachgewiesen wurde und eine Reduktion der Triglyzeride um 25-30% erzielen kann (13). Dies und die Tatsache, dass die Studie in keinem namhaften Fachjournal (Alternative Medizin Journal) publiziert wurde, gibt Anlass zur Skepsis, da der Eindruck entsteht Krillöl sollte dem Fischöl gegenüber überlegen wirken.

In einer weiteren 12-wöchigen, doppelblind placebokontrollierten klinischen Studie senkte einen Dosis zwischen 1-4 g Krillöl täglich den Triglyceridspiegel durchschnittlich um -10% verglichen mit dem Placebo. Dieses Ergebnis fällt geringer aus, als in der zuvor zitierten Studie (11-26% Triglyzeridsenkung) (14). Zudem war kein Einfluss auf die Cholesterinwerte erkennbar, was sich mit Studien mit Omega-3 Fettsäuren aus Fischöl deckt, da dieses nur minimal den Cholesterinspiegel beeinflusst.

Krill Öl wurde in einer klinischen Studie von Diabetes 2 Patienten in einer täglichen Dosis von 1000 mg eingenommen. Nach 4 Wochen verbesserten sich ihre Gefäßfunktionalität (Endothelialfunktion) und die Insulinresistenz (HOMA-IR Wert), die bei Diabetikern erhöht ist. Nach einer weiteren mehrwöchigen Einnahme stiegen zudem die Werte des guten HDL-Cholesterins (15).

Da die Ergebnisse mit Krillöl inkonsistent sind und nur wenig Studienmaterial vorliegt im Gegensatz zum Fischöl und Fischverzehr, kann keine klare Empfehlung ausgesprochen werden zwecks Vorbeugung von kardiovaskulären Erkrankungen und Triglyzeridsenkung (1). Die amerikanische Herzgesellschaft (AHA) empfiehlt je nach Patient zwischen 1 und 4 g reinem EPA+DHA um eine Senkung der Triglyceride und Kardioprotektion zu erreichen. Fischöl enthält im Durchschnitt 30% EPA+DHA, so dass 3-12 g Fischöl der genannten EPA+DHA Dosis entsprechen. Das aus dem Krill isolierte Öl enthält weniger EPA+DHA dafür aber in einer Phospholipid Form, die eventuell besser aufgenommen wird.

Auswirkung auf die Fettleibigkeit

Krillöl senkt die Konzentration des Botenstoffs 2-Arachidonoylglycerol (2-AG) im Blut von fettleibigen Menschen, die erhöhte 2-AG Werte aufweisen. Hohe Werte dieses Botenstoffs sind assoziiert mit übermäßigem Appetit und Übergewicht, so dass manche Medikamente gegen Fettleibigkeit auf der Hemmung des 2-AG basieren (1617).

Mäuse, die auf eine hochkalorische, fettreiche Ernährung gesetzt wurden, wurden entweder mit Krillöl oder dem fettabbauförderndem Carotinoid Fucoxanthin behandelt. Unbehandelte Mäuse nahmen an Gewicht und Körperfett zu, während vor allem die mit Krillöl behandelten Mäuse signifikant weniger an Gewicht zunahmen (18).

Die Einnahme von EPA und DHA über mindestens 2 Monate verursachte im Durchschnitt in klinischen Studien eine sanfte Gewichtsreduktion von -0,59 kg und Körperfettabnahme von -0,49% (19).

Krillöl und Gehirnleistung

Krillöl ist reich an Omega-3 Fettsäuren, welche als Phospholipide vorliegen und wahrscheinlich vom Gehirn besser aufgenommen werden als Fettsäuren aus dem Fischöl. Krillöl regt in Studien an Tieren die Produktion von Nervenwachstumsfaktoren, zudem wirkt es antidepressiv und angstlösend. Das antioxidative Astaxanthin aus dem Krillöl verstärkt die Wirkung der Omega-3 Fettsäuren indem es die Belastung durch freie Radikale im Vorderhirn senkt. In einer klinischen Studie verbesserte Krillöl das Arbeitsgedächtnis, die Sauerstoffversorgung und die Verarbeitungszeit bei kognitiven Tests. Es war somit dem Fischöl überlegen.

Die Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA allein verbessern bereits die kognitiven Fähigkeiten von Menschen, indem sie die flüssige Intelligenz positiv beeinflussen und den Arbeitsaufwand des Gehirns senken (2021). Zudem wirken sie laut klinischen Studien antidepressiv und angstlösend (anxiolytisch) (2223). Da EPA und DHA im Krillöl als Phospholipide vorliegen, welche vom Gehirn besser aufgenommen werden, könnte die Wirkung ausgeprägter sein als bei Fischöl, dies muss jedoch in zukünftigen klinischen Studien bewertet werden.

Krillöl enthält neben den zwei Omega-3 Fettsäuren auch das starke Antioxidans Astaxanthin. Astaxanthin überquert die Hirnblutschranke und regt die Produktion der antioxidativen Enzyme Superoxid Dismutase (SOD) und Katalase in Neuronen an (24).

In einer Studie mit Mäusen ergab sich eine Synergie aus Fischöl und Astaxanthin, da die Kombination aus beiden Wirkstoffen effizienter war, als Fischöl allein. Anomale psychotische Verhaltensweisen wie Depressionen und Angstzustände stehen in Verbindung mit einem erhöhten oxidativen Stress im Vorderhirn, das reich an Dopamin und Noradrenalin ist. Fischöl allein befeuerte trotz seiner positiven Aspekte für die Gedächtnisleistung den oxidativen Stress in vorderen Gehirnbereich. Astaxanthin dagegen senkte den Stress und erzielte somit eine angstlösende Wirkung bei den Tieren (25).

Krillöl das über 7 Wochen an Ratten verabreicht wurde, verbesserte deren Lernvermögen und das Arbeitsgedächtnis, welches einen bedeutenden Anteil an der sogenannten flüssigen Intelligenz ausmacht. Zudem reduzierte Krillöl auch die Resignation/Depression während der Tests, was auf einen stimmungsaufhellenden Effekt hindeutet. Interessanterweise wurde die Freisetzung der Nervenwachstumsfaktoren BDNF und Arc angeregt, welche an der Neurogenese und Neuroplastizität beteiligt sind (26). Die verabreichte tägliche Dosis war etwas höher angesetzt und entspricht einer humanen Dosis von 2,5 g Krillöl täglich oder 5 Kapseln mit jeweils 500 mg.

Der Wirkstoff Phospatidylserin aus dem Krillöl wurde an alternde Ratten täglich über 7 Tage, verabreicht. Die dabei eingesetzte Dosis entspricht beim Menschen umgerechnet 1-2 Kapseln mit jeweils 500 mg Krillöl. Die Wissenschaftler stellten eine neuroprotektive Wirkung gegen den altersbedingten kognitiven Abbau und eine gesteigerte Gedächtnisleistung fest (27).

Wenn kognitive Aufgaben ein Hirnareal beanspruchen, wird dieses stärker durchblutet und mit mehr Sauerstoff versorgt um die Gehirnleistung anzuregen. Mit dem Alterungsprozess ist jedoch eine geringere Versorgung mit Blut und Sauerstoff in den angesprochenen Gehirnarealen zu verzeichnen, dementsprechend wird eine kognitive Testaufgabe langsamer oder mit mehr Fehlern erledigt (28).

In einer klinischen, doppelblind placebokontrollierten Studie wurde Krillöl 12 Wochen lang in einer Dosis von 2 g täglich an ältere Menschen (61-72 Jahre) verabreicht und mit Fischöl verglichen. Die Einnahme von Krillöl oder Fischöl verbesserte das Arbeitsgedächtnis, jedoch verkürzte nur das Krillöl die Verarbeitungszeit und stimulierte die Sauerstoffversorgung des zuständigen Gehirnareals während einer Rechenaufgabe. Die überlegene Wirkung des Krillöls basierte jedoch nicht auf der Menge der verabreichten Omega-3 Fettsäuren, sondern wahrscheinlich an der für Krillöl typischen Phospholipidform von EPA und DHA, welche somit leichter vom Gehirn aufgenommen wurden (29).

Entzündungswerte, Arthritis und Schmerzen

Krillöl wirkte sich in einer Studie positiv auf die arthritischen Beschwerden und Entzündungswerte der Studienteilnehmer aus. Es minderte die prämenstruellen physischen und psychologischen Beschwerden und verringerte den Bedarf für Schmerzmittel. Diese Studie reicht jedoch nicht aus um die Wirkung ausreichend zu belegen.

In einer doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studie wurden über 30 Tage 300 mg Krillöl (Neptun Krillöl) täglich an 90 Patienten verabreicht. Die Studienteilnehmer litten an rheumatoider Arthritis oder an Osteoarthritis und wiesen ein erhöhtes Level des Entzündungsmarkers CRP (C reaktives Protein) im Blut auf. Nach 30 Tagen fiel das CRP um -30,9% in der Krillöl Gruppe, während in der Placebogruppe der Wert um 25% anstieg. Der gesundheitliche Zustand der Teilnehmer wurde mit dem WOMAC-Fragebogen ermittelt. Die Patienten aus der Krillöl Gruppe hatten weniger Schmerzen, weniger Steifigkeit in den Gelenken und eine bessere Funktionalität der Gliedmaßen (30).

In einer randomisierten, doppelblinden, klinischen Studie nahmen die Teilnehmerinnen entweder 2 g Krillöl oder 2 g Fischöl über 90 Tage. Die Auswirkungen auf das prämenstruelle Syndrom (PMS) wurden untersucht und das Krillöl linderte mehr Beschwerden als das Fischöl. Die Frauen erfuhren eine Besserung in der Druckempfindlichkeit der Brust, weniger Gelenkschmerzen, geringere Gewichtszunahme, Unterleibsschmerzen und Schwellungen. Sie empfanden ein geringeres Aufgeblähtsein. Psychologische Begleiterscheinungen wie das Gefühl von Überforderung, Stress, Irritation und Depressionen wurden gemindert. Die Frauen aus der Krillöl Gruppe nahmen nach 90 Tagen 50% weniger Schmerzmittel (Ibuprofen, Acetaminophen) ein. Fischöl hatte eine ähnliche Wirkung, die nur etwas schwächer ausfiel. Während sich 64% der Frauen aus der Fischöl Gruppe über ein vermehrtes Aufstoßen mit fischigem Geruch beschwerten, gab es solche Beschwerden mit Krillöl nicht (31).

Dosierung und Anwendung

Da Krillöl ein relativ neues Nahrungsergänzungsmittel ist, kann eine Dosierungsempfehlung nur beschränkt gegeben werden. Falls Sie an Omega-3 Fettsäuren aus gesundheitlichen Gründen interessiert sind oder Ihnen die Einnahme von Ihrem Kardiologen empfohlen wurde, sollten Sie auf Fischöl zurückgreifen, da hier mehr Studienmaterial vorliegt.

Da Krillöl wahrscheinlich dem Fischöl ebenbürtig oder leicht überlegen ist, können Sie im ersten Monat eine höhere Dosis von 1-2 g (entsprechend 2-4 Kapseln mit je 500 mg Krillöl) täglich einnehmen. Sie können dann die Einnahme auf eine Erhaltungsdosis von 500 mg täglich senken.

Quellenangaben

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2. Wijendran V, Huang MC, Diau GY, Boehm G, Nathanielsz PW, Brenna JT. Efficacy of dietary arachidonic acid provided as triglyceride or phospholipid as substrates for brain arachidonic acid accretion in baboon neonates. Pediatric research. 2002 Mar;51(3):265-72. PubMed PMID: 11861929.

3. Goustard-Langelier B, Guesnet P, Durand G, Antoine JM, Alessandri JM. n-3 and n-6 fatty acid enrichment by dietary fish oil and phospholipid sources in brain cortical areas and nonneural tissues of formula-fed piglets. Lipids. 1999 Jan;34(1):5-16. PubMed PMID: 10188591.

4. Grynbaum MD, Hentschel P, Putzbach K, Rehbein J, Krucker M, Nicholson G, et al. Unambiguous detection of astaxanthin and astaxanthin fatty acid esters in krill (Euphausia superba Dana). Journal of separation science. 2005 Sep;28(14):1685-93. PubMed PMID: 16224962.

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3 Erfahrungsberichte | Ø 4.7 von 5 Sterne

Hilfreichster Erfahrungsbericht

Von Silke199 am 18.04.2017 um 14:03 Uhr
Mich hat das Krillöl nach vielem Durchstöbern und vergleichen mit anderen Produkten die Omega 3 beinhalten auf alle Fälle überzeugt. Es ist eine sehr gute Nahrungsergenzung und wie wichtig es für jeden Menschen ist, ist ja heute wirklich sehr bekannt.
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Von Wolfgang am 29.03.2017 um 21:09 Uhr
Ich nehme das Krillöl, weil Omega 3 Fettsäuren gut für Herz und die Gesundheit sind. Viele Studien belegen, dass Omega 3, das aus Krillöl gewonnen wird, viel besser für die Gesundheit ist als Omega 3, dass aus Fischöl gewonnen wird. Fisch esse ich nicht so gerne, somit ist es ein guter Ersatz. Meine Erfahrung mit dem Krillöl ist wirklich hervorragend.
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Von Ivona am 18.03.2017 um 09:06 Uhr
Es gibt so viele Nahrungsergänzungsmittel und ich wurde vor einiger Zeit durch einen Artikel im Internet auf Krillöl Fettsäuren aufmerksam. Erst einmal muss ich sagen, dass ich kein "fischiges Aufstoßen" habe, wie bei anderen Produkten die ich früher verwendet habe. Das Herz wird gestärkt und unterstützt, und dass kann heute im stressigen Alltag und bei leider zu wenig Sport und oft auch zeitlichen Gründen auch ungesunder Ernährung fast jeder gebrauchen. Wichtig war mir auch, dass die Kapsel leicht zu schlucken ist. Omega 3 Fettsäuren sind für den menschlichen Körper lebensnotwendig und mit Krillöl habe ich alles was ich brauche und was meinem Körper guttut.
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