Cholesterin (HDL, LDL)

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, aber kein Fett. Es ist ein wichtiger Bestandteil von Zellmembranen, Baustein von Hormonen und Gallensäuren. Ein gestörtes Gleichgewicht zwischen den Cholesterin-Transportpartikeln, LDL und HDL führt zur Gefäßverkalkung und erhöht die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Erkrankungen und Ereignisse. Medikamente, Gewichtsreduktion und eine Ernährungsumstellung sollen dem entgegenwirken.

Zusammenfassung

Gutes und schlechtes Cholesterin?

Grundsätzlich gibt es kein „gutes“ oder „schlechtes“ Cholesterin. Mit diesen Begriffen werden unwissentlich cholesterin- und fettreiche Partikel bezeichnet, die Transportproteine für das Cholesterin enthalten.

Cholesterin ist wasserunlöslich. Um durch das Blut von der Leber weg zu den verschiedenen Geweben oder zurück zur Leber transportiert werden zu können, muss es daher an Lipoproteine gebunden werden. Das „schlechte“ LDL Lipoprotein transportiert Cholesterin zu den diversen Geweben, Gefäßen und Zellen, während das „gute“ HDL Lipoprotein das Cholesterin von den Blutgefäßen und anderen Zellen aufnimmt und für den Rücktransport in die Leber sorgt.

Beide Proteine sind notwendig um ein Gleichgewicht zwischen der ausreichenden Versorgung der Zellen mit dem Cholesterin und der Vermeidung eines Cholesterin-Überschusses zu erzielen. Überwiegt jedoch die LDL-Funktion, sammelt sich das Cholesterin in den Blutgefäßen an, was zu einer Gefäßverkalkung (Atherosklerose) führen kann.

LDL-Cholesterin als Risikofaktor

Hohe LDL-Werte sind daher ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Unterfraktion der sogenannten kleinen, dichten LDL-Partikel (small dense LDL, sdLDL) ist gefährlicher als die großen LDL-Partikel. Die sdLDL Partikel neigen eher zur Reaktion mit freien Radikalen und oxidieren leichter. Das oxidierte LDL-Cholesterin (oxLDL) ist der eigentliche Hauptverursacher von Gefäßschäden.

LDL-Partikel, die durch die Auskleidung der Blutgefäße (Endothelschicht) in die Blutgefäßwände gelangen, werden dort zunächst leicht oxidiert. Das jedoch lockt die körpereigenen Fresszellen (Makrophagen) in die Gefäßwände an, das oxidierte LDL funktioniert wie ein Köder. Makrophagen jedoch oxidieren das LDL noch weiter und nehmen es über die sogenannten Scavanger Oberflächenrezeptoren auf, die normalerweise zur Erkennung und Aufnahme von mikrobiellen Erregern zuständig sind.

Die folgende Problematik entsteht: Normalerweise wird LDL durch die Zellen und Makrophagen über den LDL-Rezeptor aufgenommen und bei zu hoher Konzentration wird die Aufnahme gestoppt. Oxidiertes LDL jedoch wird durch die Scavanger Rezeptoren immer weiter aufgenommen, selbst wenn eine Sättigung schon lange erreicht ist, bis aus den Makrophagen sogenannte Schaumzellen werden. Diese sind mit Fettsäuren und Cholesterin schwer beladen und treiben die Entzündungsreaktion innerhalb der Blutgefäßwand voran, die dann zur Atherosklerose führt.

Cholesterin (HDL, LDL) Normalwerte in mg/dl.

Cholesterin Normalwerte in mg/dl.

Protektive Eigenschaften der HDL Partikel

HDL-Partikel beugen der Atherosklerose vor. Sie entnehmen Cholesterin von Blutgefäßen, aus den Makrophagen und anderen Zellen im Körper und bringen dieses entweder zur Leber zurück oder beladen damit erneut LDL-Partikel, die das Cholesterin zur Leber oder wieder zu anderen Zellen zurücktransportieren.

HDL-Partikel bestehen aus einer Fülle aus Proteinen/Botenstoffen/Enzymen, ihre Wirkung geht über die des Cholesterintransports hinaus, sie wirken antientzündlich, antidiabetisch, antioxidativ und fördern die gefäßerweiternde Funktion der Blutgefäße. Wahrscheinlich ist die Funktionalität der HDL-Partikel wichtiger als deren Konzentration, der klassisch eine hohe Bedeutung zukommt. Diese Funktionalität der HDL Lipoproteine kann bei Infektionen, Übergewicht oder manchen Erkrankungen beeinträchtigt sein.

Lebensstil, Ernährung und Genetik

Rauchen, Übergewicht und eine ungesunde Ernährung führen zu schlechten Cholesterinwerten, sprich zu hohen LDL und niedrigen HDL Werten, sowie einem insgesamt erhöhten Cholesterin.

Transfettsäuren und manche, aber nicht alle (Stearinsäure) gesättigten Fettsäuren führen zum Anstieg der LDL-Konzentration. Empfehlenswerter sind einfach ungesättigte Fettsäuren (Olivenöl) und Omega-3 Fettsäuren, die das VLDL (Vorläufer von LDL) senken. Übermäßiger Konsum von raffiniertem Zucker und Erzeugnissen mit hohem Zuckeranteil verschlechtert insgesamt alle Cholesterinwerte, selbst wenn Zucker statt gesättigten Fettsäuren konsumiert wird.

Ballaststoffreiche Ernährung verbessert die Cholesterinwerte, unter anderem weil Ballaststoffe Cholesterin im Darm binden, aber auch wegen einer Fülle anderer Wirkungsweisen. Daher empfehlen sich gesunde und ballaststoffreiche Ernährungsweisen wie die Mittelmeer Diät oder Paleo Ernährung. Flohsamenschalen sind ein einfach zuzubereitender Lieferant von Ballaststoffen, sollten aber nur als Ergänzung genutzt werden. Das Gleiche gilt für Glucomannan (Shirataki Nudeln), den kalorienlosen Ersatz für Pasta.

Medikamente

Die Mittel der Wahl sind Statine, welche das Enzym HMG-CoA Reduktase hemmen, das für die Produktion des körpereigenen Cholesterins unersetzlich ist. Dies resultiert in einer vermehrten Cholesterinaufnahme aus dem Blut in die Leber hinein und zu einer Cholesterinsenkung. Die Leber kann das überschüssige Cholesterin problemlos ausscheiden.

Alter Gesamtcholesterin LDL-Cholesterin HDL-Cholesterin
Über 40 <240 mg/dl <160 mg/dl oder geringer 45-65 mg/dl bei Frauen, 35-55 mg/dl bei Männern
30-40 <220 mg/dl
20-29 <200 mg/dl
Unter 19 Jahren <170 mg/dl
Kinder <210 mg/dl 59-217 mg/dl 22-89 mg/dl

Funktionen und Synthese

Cholesterin kann von Menschen sowohl durch Nahrung aufgenommen, als auch durch praktisch jede Zelle im Körper hergestellt werden. Cholesterin macht in etwa 20% der äußeren Zellmembranen aus. Durchschnittlich enthält ein Mensch 145 g Cholesterin, wovon schon 1/3 auf das Gehirn entfällt, 7-9 g zirkulieren im Blut. In den äußeren Zellmembranen kommt es gehäufter vor, in Organellen wie Mitochondrien oder dem Endoplasmatischem-Retikulum ist es bedeutend geringer konzentriert. Die äußere Membran der Zellen weist cholesterinreiche Bereiche auf, die sogenannten Lipid-Rafts. Diese Bereiche sind angereichert mit diversen Membranproteinen und Rezeptoren, sie sind somit wichtige Punkte mit denen die Zelle nach Außen kommuniziert und Stoffaustausch betreibt (1).

Cholesterin hat eine bedeutende Rolle in der Erhaltung der äußeren Phospholipid Membran aller Zellen. Ähnlichen den Phospholipiden hat das Cholesterin wasserlösliche (polare) und wasserunlösliche (unpolare) Stellen, somit kann sich das Cholesterin dicht zwischen die Phospholipide einbauen und die Membran undurchlässiger für Wasser machen. Dies macht die Membran zwar etwas steifer, doch indem das Cholesterin die Phospholipide voneinander trennt, verhindert es, dass diese Fettsäuren kristallisieren und die Zellmembran dadurch zerstört wird. So macht Cholesterin die Membranen flüssiger (1).

Cholesterin dient zudem als Ausgangsstoff für die Synthese von Hormonen, Steroiden wie Testosteron oder aber in Form des 7-Dihydrocholesterin als Vorläufer von Vitamin D. Ein weiterer Abkömmling des Cholesterins, das Farnesyldiphosphat wird in den Zellen dafür genutzt Proteine mit Farnesyl zu markieren, was die Funktionsweise dieser Proteine steuert. Diese Modifikation ist von überlebenswichtiger Bedeutung für die Zellen, ein Grund wieso cholesterinunterdrückende Medikamente nie komplett die Cholesterin Synthese unterdrücken dürfen.

Cholesterinsynthese

Ein 70 kg schwerer Mensch produziert täglich ungefähr 700 mg Cholesterin und nimmt durch die Nahrung ungefähr 300 mg auf, jeweils 500 mg werden durch die Produktion von Gallensäuren verbraucht und weitere 500 mg Cholesterin in der Gallenflüssigkeit ausgeschieden, so wird ein Gleichgewicht erhalten (2).

Der komplette biochemische Weg der Cholesterinsynthese ist in diesem Artikel nicht von hoher Bedeutung. Wichtig ist es zu wissen, dass Cholesterin ausgehend vom Acetyl-CoA durch verschiedene Enzymschritte hergestellt wird. Der dabei wichtigste und limitierende (geschwindigkeitsbestimmende) Syntheseschritt geschieht durch das Enzym HMG-CoA Reduktase. Dieses Enzym stellt die Mevalonsäure her, welche dann weiter zum Cholesterin umgewandelt wird. Daher wird das HMG-CoA Reduktase Enzym als Ziel pharmazeutischer Intervention in Form von cholesterinsenkenden Statinen bei hohen Cholesterinwerten gehemmt (3).

Die zelleigene Cholesterinproduktion gekoppelt mit der Aufnahme von Cholesterin aus dem Blut durch den LDL-Rezeptor an der Oberfläche der Zellen reicht aus um diese mit ausreichend Cholesterin zu versorgen. Innerhalb der Zellen wird die Synthese des Cholesterins hauptsächlich durch das Protein SREBP reguliert. Dieses Protein ist normalerweise im Endoplasmatischen Retikulum (eine Organelle innerhalb von Zellen) einer Zelle verankert und ist an ein anliegendes Protein, das Scap gebunden. Bei einem Cholesterinmangel werden die beiden aneinander gebundenen Proteine freigesetzt und wandern zu einer weiteren Organelle, dem Golgi Apparat. Dort wird das SREBP zurechtgeschnitten und weiter zum Zellkern geschickt. Im Zellkern aktiviert SREBP Gene, die an der Produktion  oder Aufnahme des Cholesterins beteiligt sind (HMG-CoA synthase, HMG-CoA reductase, LDL-Rezeptor).

Liegt andererseits ein zu hoher Cholesteringehalt in einer Zelle vor, wird durch dieses Cholesterin einerseits das Scap Protein so in seiner Form verändert, dass es zusammen mit dem Protein Insig die Freisetzung des SREBP verhindert und stoppt damit auch die Aktivierung der Cholesterinsynthese. Zudem bindet Insig das HMG-CoA Reduktase Enzym und beschleunigt dessen Abbau, wodurch die Cholesterinsynthese bedeutend verlangsamt wird. Auf diese Weise wird ein gesunder Cholesteringehalt innerhalb der Zellen erhalten.

Aufnahme und Verteilung

Die durchschnittliche Ernährung bringt eine täglich eingenommene Menge von 300-500 mg Cholesterin durch Lebensmittel tierischer Herkunft mit sich. Diese werden im Darm absorbiert, wobei ausgeschiedene Gallensäuren helfen die Löslichkeit und Aufnahme des Cholesterins zu verbessern. Die Gallenflüssigkeit enthält neben den Gallensäuren (werden aus Cholesterin synthetisiert) auch körpereigenes Cholesterin, das dann zusammen mit dem Cholesterin aus der Nahrung wiederaufgenommen wird. Der Körper nimmt ungefähr 60% des Cholesterins aus der Nahrung auf, zwischen Individuen und abhängig von mehreren Faktoren kann dies aber zwischen 20 und 80% schwanken. Die Zusammensetzung der Nahrung bestimmt auch den Aufnahmegrad, entscheidend dabei ist die Menge des verzehrten Cholesterins, der Gehalt an pflanzlichen Phytosterinen (strukturell ähnlich dem Cholesterin, sie reduzieren dessen Aufnahme im Darm) und die Menge als auch Art der parallel verzehrten Ballaststoffe, welche die Cholesterinaufnahme im Darm reduzieren können (45).

Das vom Darm aufgenommene Cholesterin wird in Chylomikrone verpackt und durch die Lymphe in die Blutbahn abgegeben. Chylomikrone haben eine ballartige Form und bestehen aus lipidbindenden Proteinen, zum größten Teil jedoch aus Triglyzeriden und einem Anteil von 4% Cholesterin oder Cholesterinestern. Bei der Wanderung durch die Blutgefäße wird beim Kontakt mit Fettzellen oder Muskelgewebe ein Großteil der Triglyzeride durch das Enzym Lipoproteinlipase abgebaut und von diesen Geweben als Energielieferant verwendet. Das übriggebliebene Chylomikron (Chylomikron Remnant) ist mit Cholesterin angereichert und wird vom Apolipoprotein E gebunden, was dann die Aufnahme in die Leber vermittelt (6).

In der Leber kann das freigesetzt Cholesterin 4 Wege nehmen:

  1. Umwandlung (Katabolismus) zu den Gallensäuren
  2. Ausscheidung in der Gallenflüssigkeit
  3. Speicherung in Lipidtröpfchen als Cholesterinester (Verbindung aus Cholesterin und Fettsäuren)
  4. Einbindung in das VLDL (very low density lipoprotein, Lipoprotein mit sehr geringer Dichte) und Abtransport aus der Leber in die Blutbahn zu anderen Geweben

Baustoff für die Gallensäuren

Ungefähr 600-800 mg des im Körper produzierten Cholesterins müssen beim Menschen zur Leber transportiert werden (reverser Cholesterintransport), wo es für die Herstellung der Gallensäure verwendet wird. Die Gallensäure ist essentiell für den Verdau und die Absorption von Fetten und Cholesterin. Insgesamt 3-5 g Gallensäure zirkuliert täglich 6 bis 10-mal durch den Darm. Die Wiederaufnahme der Gallensäure ist dabei sehr effizient und liegt bei 98-99%, den Rest der durch die fäkale Ausscheidung verloren wird, ersetzt der Körper durch die Umwandlung des Lebercholesterins zu den Hauptgallensäuren Cholsäure und Chenodesoxycholsäure. Dieser Abbau (Katabolismus) des Cholesterins kann zwischen 250 mg und 500 mg täglich betragen und macht in etwa 30% des Cholesterinverlusts aus.

VLDL-Cholesterin (very low density Lipoprotein)

Die Lipoproteine sehr geringer Dichte (VLDL) werden in der Leber produziert und sind Gebilde aus Apolipoproteinen (Apolipoprotein B100, Apolipoprotein C1, Apolipoprotein E), die hauptsächlich mit Triglyzeriden, sowie Cholesterin beladen sind (7).

Da Fettsäuren und Cholesterin wasserunlöslich sind, ermöglicht die Bindung an das VLDL den Transport durch die Blutbahn. Bei der Reise durch die Blutgefäße werden die Triglyzeride vermehrt durch die Lipoproteinlipase im Muskel- und Fettgewebe abgebaut und das Cholesterin verbleibt im VLDL. Zudem führt der Kontakt mit dem hochdichten, Lipoprotein (HDL) dazu, dass VLDL Partikel noch mehr Fettsäuren an das HDL abgeben, dafür aber vermehrt Cholesterinester und das Apolipoprotein E von HDL Partikeln, vermittelt durch das Enzym Cholesterinester Transfer Protein (CETP), aufnehmen (7).

Dies führt zur Umwandlung von VLDL zu sogenanntem intermediär-dichtem Lipoprotein (IDL), das aber sehr kurzlebig ist. Da das IDL die aufgezählten Proteine ApoB-100 und ApoE vom VLDL erbt, können diese Proteine von den Leberzellen erkannt werden und die IDL Partikel durch die Leberzellen aufgenommen werden, da diese ApoE-Rezeptoren und LDL-Rezeptoren an ihrer Oberfläche haben. Die Proteine dienen als eine Art Eintrittskarte in die Zellen. Ungefähr 50% des IDL wird von der Leber aufgenommen, die restlichen 50% verlieren den ApoE Anteil und werden zum LDL, dem Lipoprotein mit geringer Dichte (7).

LDL-Cholesterin (low density Lipoprotein)

Das umgangssprachlich als das „schlechte“ Cholesterin bekannte Lipoprotein mit geringer Dichte (LDL), ist der Hauptträger des Cholesterins von der Leber zu anderen Geweben, aber auch gleichzeitig am reversen Transport beteiligt, der zurück zur Leber führt und an dem das „gute“ HDL Lipoprotein beteiligt ist. LDL-Partikel bestehen hauptsächlich aus Cholesterin, Fettsäuren und den ApoB-100 Apolipoproteinen.

LDL-Partikel werden von sogenannten LDL-Rezeptoren an der Oberfläche der Zellen gebunden. Diese Rezeptoren sitzen in kleinen Gruben, welche von Clathrin Proteinen ausgepolstert sind. Sobald ein cholesterinbeladenes LDL-Partikel den Rezeptor bindet, bildet sich durch die Clathrine ein Vesikel, ein Bläschen das aus der Zellmembran abgeschnürt wird und in das Zellinnere wandert. Ein Prozess der als Endozytose bezeichnet wird. Der pH-Wert in dem Bläschen wird sauer (Lysosom Bildung), das Cholesterin und die Proteinbestandteile des LDL werden sozusagen verdaut und freigesetzt, die Zelle kann dann das Cholesterin für eigene Zwecke speichern oder verwenden. Der LDL-Rezeptor dagegen wandert wieder zur Oberfläche der Zelle, wo es die nächsten LDL-Partikel entgegennehmen kann (2). Steigt der Cholesterinspiegel innerhalb der Zelle zu stark an, wird die Produktion des LDL-Rezeptors gedrosselt, indem die Aktivität des SREBP Proteins verringert und auch gleichzeitig die zelleigene Cholesterinproduktion gemäßigt wird.

LDL-Cholesterin und Atherosklerose

VLDL und LDL-Cholesterin werden als proatherogen bezeichnet, sprich sie fördern die Verkalkung und Verstopfung von Blutgefäßen, sofern ein Ungleichgewicht im Cholesterinstoffwechsel vorliegt. LDL-Partikel sind keine homogene Masse von exakt definierten Proteinen, vielmehr liegen verschiedene LDL-Partikel mit unterschiedlicher Zusammensetzung vor. Grob können diese in zwei Gruppen unterteilt werden: Die großen, weniger dichten LDL-Teilchen (large-buoyant LDL, lbLDL) und die kleinen, dichten LDL-Teilchen (small dense LDL, sdLDL). Die sdLDL sind es, die eher in Verbindung mit Atherosklerose und einem höheren Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße stehen und deren Erscheinung im Zusammenhang mit Fettleibigkeit und Diabetes 2, sowie dem Metabolischen Syndrom beobachtet werden (8-11).

Ein LDL-Partikel bestehend aus Transportproteinen, Phospholipiden, Cholesterin und Triglyzeriden.

Ein LDL-Cholesterin Partikel bestehend aus Transportproteinen, Phospholipiden, Cholesterin und Triglyzeriden.

Aufgrund der geringeren Größe und höheren Dichte dieser LDL-Cholesterin Partikel, können sie leichter in Blutgefäße eindringen. Das sdLDL-Cholesterin ist anfälliger für eine Oxidation und damit zur Umwandlung zum gefährlichen, oxidierten LDL-Cholesterin (oxLDL) (12). Das sdLDL hat eine höhere Affinität (Bindungsfähigkeit) zu Proteoglykanen, welche die Arterienwände auskleiden, somit bleiben sie leichter an und in den Arterien kleben (13).

Es stellt sich noch immer die Frage: Wie verursacht das LDL-Cholesterin die Gefäßverkalkung? Die Theorie steht in Verbindung mit dem oxidierten LDL-Cholesterin. Demnach kommt es zu Veränderungen an den Blutgefäßen, hervorgerufen durch Rauchen, Dyslipidämie, Bluthochdruck, erhöhtem Blutzucker. Dies geschieht insbesondere an Verzweigungsstellen der Blutgefäße, an denen die geradlinige, laminare Strömung gestört ist. Die Gefäßwände, die durch die Endothelzellen bekleidet werden, werden durchlässiger, die LDL-Cholesterin Partikel wandern in die Gefäßwände ein und binden mit dem Apolipoprotein B100, dem Hauptproteinbestandteil des LDL Lipoproteins, an die Proteoglykane, also die äußere Matrix der Gefäßzellen (1415).

Das in den Arterienwänden gefangene LDL-Cholesterin wird durch die umliegenden Zellen mild oxidiert, also zum leicht oxidierten LDL umgewandelt (16). Das wiederum regt die Freisetzung von Botenstoffen an, welche Monozyten in die Blutgefäßwand rekrutieren und diese zu Makrophagen (Fresszellen) differenzieren lassen. Die Makrophagen produzieren noch mehr reaktive Sauerstoffspezies (ROS) was die Oxidierung des eingelagerten LDLs zu oxLDL vollendet (17).

Oxidiertes LDL wird von den Makrophagen durch Scavanger-Rezeptoren erkannt, die eigentlich für die Immunabwehr zuständig sind und die Erkennung von Erregern ermöglichen sollen. Daraufhin nehmen die Makrophagen das oxLDL auf und verändern sich zu sogenannten Schaumzellen, Makrophagen die mit Fett und Cholesterin schwer beladen sind und in den Blutgefäßen verweilen. Diese Fehlfunktion der Makrophagen hat ihren Ursprung in der fehlerhaften Erkennung des oxidierten LDL. Normales LDL wird auch Makrophagen durch den LDL-Rezeptor konzentrationsabhängig aufgenommen, ab einer gewissen Sättigung wird die Aufnahme gestoppt. Das gilt jedoch nicht für das oxLDL, welches über die Scavanger-Rezeptoren gebunden und aufgenommen wird, hier stoppen die Makrophagen die Aufnahme schlichtweg nicht (18).

Das oxidierte LDL regt zudem die Wanderung und Aktivität der glatten Muskelzellen an, die eigentlich für die Kontraktion der Blutgefäße zuständig sind. Diese Wandern mehr zur Oberfläche der Gefäße, bilden Kollagenstrukturen, pflastern den Entzündungsherd ein und verstärken die Bildung der Plaques weiter (19). Oxidiertes LDL ist zudem toxisch für die Zellen der Blutgefäße und mindert die Freisetzung des durchblutungsfördernden Stickstoffmonoxids (NO) (20, 21). Die Blutgefäße verlieren an Funktionalität und können sich bei Bedarf nicht richtig weiten, der Blutdruck an der betreffenden Stelle steigt an.

Insgesamt kann also das in die Blutgefäßwände eingewanderte LDL-Cholesterin durch eine Kettenreaktion beträchtlichen Schaden anrichten.

HDL-Cholesterin (high density Lipoprotein)

HDL, also das Lipoprotein mit hoher Dichte ist für den reversen Transport von Cholesterin aus den Geweben und Zellen, wie unter anderem Blutgefäßwänden und Makrophagen, zur Leber hin zuständig. HDL hat einen relativ hohen Proteinanteil verglichen mit den anderen Lipoproteinen und enthält immer mindestens das Apolipoprotein A1, manche HDL-Partikel enthalten auch ApoA2 und andere Apolipoproteine wie ApoC und ApoE. Daneben enthalten HDL-Partikel auch andere Proteine (ungefähr 100 mögliche Proteine) und genregulierende Micro-RNAs, die diverse Funktionen erfüllen, unabhängig vom Cholesterintransport (2).

HDL-Partikel werden in der Leber produziert und nahezu unbeladen in die Blutbahn entlassen, und nehmen die meisten Fettsäuren, Phospholipide und Cholesterinester durch den Kontakt mit den jeweiligen Zellen auf. Dabei bindet das HDL an ein Oberflächenprotein der Zellen, den ABCA1-Transporter, der ein Stück der Zellmembran abschnürt und auf die Apo A-1 Proteine des HDL Partikels lädt (2223). Im nächsten Schritt verestert das LCAT Enzym das auf dem HDL-Partikel befindliche Cholesterin. Bei diesem Schritt werden Fettsäuren mit dem Cholesterin verknüpft, woraufhin das HDL-Partikel eine kugelförmige Form annimmt. Der ABCG1 Transporter innerhalb der Zellen kann zusätzlich das intrazelluläre Cholesterin zur Oberfläche der Zellen durch den SR-BI Rezeptor (Oberflächenrezeptor) schicken, wo das Cholesterin auf das HDL geladen und durch LCAT wieder verestert wird um große HDL2 Partikel zu kreieren (223).

Das beladene HDL kann dann entweder das Cholesterin zur Leber Bringen oder auf VLDL oder LDL Partikel laden (24). Dies geschieht durch das Cholesterinester-Transferprotein (CETP), welches HDL mit LDL Partikeln verbindet und den Transfer vollführt. Das LDL-Cholesterin wird dann entweder zurück zur Leber oder ins Gewebe gebracht. Dieser Schritt durch das CETP wird daher als potentiell proatherogen bezeichnet, weil das abtransportierte Cholesterin wieder an das LDL abgegeben wird und theoretisch im schlimmsten Fall wieder in den Blutgefäßwänden enden könnten. Manche Medikamente, die den HDL-Spiegel erhöhen sollen, sind CETP-Inhibitoren oder CETP-Modulatoren und verhindern gerade diesen Schritt. Das HDL-Cholesterin kann auch direkt an die Leber abgegeben werden, was den günstigsten Fall darstellt, aber einen geringeren Anteil von 40% am Cholesterinfluss durch das HDL ausmacht. Dabei bindet das HDL durch den SR-BI Rezeptor an die Hepatozyten und entlädt seine Fracht, um dann wieder in den Blutstrom zu gelangen (224).

Protektive HDL Eigenschaften

Da HDL überschüssiges Cholesterin aus Organen und Blutgefäßen entnimmt und dessen Rücktransport in die Leber bewerkstelligt gilt es als antiatherogen, es wirkt einer Gefäßverkalkung entgegen. Es besteht dennoch eine Inkonsistenz darin zu zeigen, dass der HDL-Cholesterin Spiegel direkt mit einem geringeren vorkommen von Herzerkrankungen zusammenhängt. Anwendungen bei denen nicht beladene HDL-Partikel im Tiermodel oder klinischen Versuchen direkt in die Blutbahn gegeben wurden, zeigen jedoch, dass so selbst vorhandene Ablagerungen und Veränderungen an Blutgefäßen teilweise rückgängig gemacht werden konnten (25). Es ist also weniger die Höhe des HDL-Cholesterinspiegels entscheidend, als eher die Funktionalität der HDL-Partikel beziehungsweise der Cholesterinfluss von den Zellen zu diesen Teilchen. Die Fähigkeit der HDL-Teilchen Cholesterin von insbesondere Makrophagen aufzunehmen ist entscheidend um eine Bildung von Schaumzellen und eine Gefäßverkalkung zu verhindern (26).

Der Cholesterin Rücktransport zur Leber ist nicht die einzige protektive Eigenschaft des HDL. Durch die Entnahme von überschüssigem Cholesterin aus den Makrophagen wird deren entzündliche Immunantwort innerhalb der Gefäße gelindert. Das ApoA1 Protein innerhalb des HDL bewirkt eine Veränderung des Makrophagen Phänotyps vom entzündlichen hin zum regenerierenden und ermöglicht auch das Abwandern von Makrophagen aus den Blutgefäßen und Plaques (27)

HDL hat eine Fülle an Eigenschaften, die hier nachfolgend vorgestellt werden. Dennoch können Erkrankungen oder Lebensweisen zu einer Dysfunktion des HDL führen. Untersuchungen zeigen, dass die Höhe des HDL-Cholesterins allein nicht eindeutig das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und die Sterblichkeit vorhersagen kann (28). Die klassische Vorstellung könnte demnach veraltet sein. Es kommt vielmehr auf die Qualität und Funktionalität der HDL-Partikel an, die nun mal eine vielfältige Mischung aus diversen Proteinen darstellen. Gesundheitliche Probleme wie Übergewicht, Diabetes, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Akute-Phase-Reaktionen (bei Infektion und Gewebsschädigung) könnten die HDL Dysfunktion verursachen und das HDL seiner positiven Eigenschaften berauben (29).

Entzündungshemmende Wirkung

HDL transportiert auch MicroRNAs, Genregulatoren welche die Aktivität von Genen herunterfahren, die das Anhaften von Immunzellen an der Gefäßwand ermöglichen. Dadurch wird die Entzündung von Blutgefäßen minimiert (30).

Protektion der Blutgefäßoberfläche

HDL-Partikel unterstützen die Reparatur von Blutgefäßen indem sie die Zellteilung und Differenzierung von Vorläufern der Endothelzellen (kleiden die Blutgefäße aus) fördern (31). HDL stimuliert das Enzym eNOS, welches eine Weitung der Blutgefäße und eine Blutdrucksenkung durch die Produktion des Botenstoffs NO bewerkstelligt. HDL regt die eNOS Aktivität einerseits durch den Fluss von Cholesterin durch den SR-BI Rezeptor an und andererseits durch die Fettsäure Sphingosin-1-Phosphat und das Enzym Paraoxonase (PON1), die mit in den HDL-Partikeln transportiert werden (31).

Antioxidative Eigenschaften

Oxidiertes LDL stellt eine besondere Gefahr dar, da es innerhalb der Blutgefäße von Makrophagen aufgenommen wird, ohne dass diese ab einer gewissen Konzentration die Aufnahme des oxLDL einstellen, was zur Bildung von Schaumzellen und Gefäßverkalkung führt. Es zeigt sich, das beim Austausch von Cholesterin und Fettsäuren zwischen HDL und LDL Partikeln, das HDL antioxidativ wirkt. HDL kann Fettsäuren, die durch freie Radikale zu toxischen peroxidierten Fettsäuren umgewandelt wurden, entweder direkt entgiften oder zur Leber zur Entgiftung zurückbringen (32).

Blutzuckergleichgewicht

Eine eher überraschende Rolle des HDL wurde in den letzten Jahren bekannt, nämlich die Unterstützung der Blutzuckerregulation. HDL fördert durch die Aktivierung des Stoffwechselhauptschalters, des Proteins AMP-Kinase, die Aufnahme von Zucker in Muskelzellen und durch den SR-BI Rezeptor die Aufnahme von Blutzucker in Fettzellen (3133-35).

HDL unterstützt zudem die Freisetzung von Insulin aus den ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse und schützt die ß-Zellen vor dem Absterben, während VLDL und LDL Partikel den Zelltod in ß-Zellen auslösen können (3536). Die Gabe von rekombinantem HDL intravenös an Diabetiker verringerte deren Blutzuckerwerte, erhöhte die Insulinausschüttung und die AMPK Aktivität in der Muskulatur (37).

Wirkung im Fettgewebe

Das Protein ApoA1 aus dem HDL stimuliert zumindest im Tiermodel die Wärmeentwicklung (Thermogenese) im Braunen Fettgewebe, wodurch mehr Körperfett verbrannt wird (38). Es fördert die Produktion und Freisetzung des kardioprotektiven Fettzellen-Botenstoffs Adiponektin (39).

Normalwerte - Tabelle

Die Gesamtcholesterinwerte können unter der Betrachtung der HDL und LDL Werte eine Vorstellung des Risikos für kardiovaskuläre Erkrankungen ermöglichen.

Alter Gesamtcholesterin LDL-Cholesterin HDL-Cholesterin
Über 40 <240 mg/dl <160 mg/dl 45-65 mg/dl bei Frauen, 35-55 mg/dl bei Männern
30-40 <220 mg/dl <160 mg/dl
20-29 <200 mg/dl <160 mg/dl
Unter 19 Jahren <170 mg/dl <160 mg/dl
Kinder <210 mg/dl 59-217 mg/dl 22-89 mg/dl

Die LDL-Cholesterinwerte sollten generell, aber vorallem bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse noch weiter unter 160 mg/dl liegen, nämlich bei 130 mg/dl oder gar unter 100 mg/dl bei erhöhtem Risiko.

Der LDL/HDL Quotient gibt zudem Auskunft über das Verhältnis von proatherogenen und antiatherogenen Lipoproteinen. Dieses Verhältnis sollte unter dem Wert 3 liegen.

Ernährung und schlechte Cholesterinwerte

Die Veränderungen im Cholesterinspiegel können sowohl durch genetische Faktoren, Erkrankungen als auch durch den Lebensstil und eine Interaktion dieser Faktoren entstehen.

Häufig diskutiert wird der Zusammenhang zwischen gesättigten Fettsäuren, schlechten Cholesterinwerte und Herzkreislauferkrankungen. Transfettsäuren, ein Übermaß an Omega-6 und ein Mangel an Omega-3 Fetten (Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis von bis zu 10:1 statt 1:1) sind typisch in der westlichen Ernährung und könnten Mitverursacher von cholesterinvermittelten Erkrankungen sein.

Transfettsäuren

Transfettsäuren entstehen bei der industriellen Härtung von pflanzlichen Ölen und kommen gehäuft in Margarine und Fast Food vor. Die empfohlene Menge von unter 1% der Gesamtenergieaufnahme sollte nicht überschritten werden, denn eine höhere Einnahme steigert das Risiko an einer Herzerkrankung zu sterben um 30% (40). Die Auswirkung auf das Cholesterinbild ist verheerend. Transfettsäuren steigern das Gesamtcholesterin, die VLDL und LDL Werte und reduzieren das gute HDL Cholesterin (41). Transfettsäuren sind jedoch unabhängig von den Cholesterinwerten schädlich für den Organismus.

Gesättigte Fettsäuren

Der Einfluss von gesättigten Fettsäuren auf die Cholesterinwerte und das kardiovaskuläre Risiko wird seit einiger Zeit heftig diskutiert, mit Meinungen die in die Extremen gehen. Die Verwirrung um die gesättigten Fettsäuren könnte daher rühren, dass jede gesättigte Fettsäure unterschiedliche Auswirkungen auf das Cholesterin hat. So bewirkt die gesättigte Stearinsäure (C18:0) überhaupt keine Veränderungen und verhält sich neutral zum Cholesterinspiegel. Stearinsäure ist in Kakaobutter stark konzentriert. Ganz anders verhalten sich die Myristinsäure (C14:0) und die Palmitinsäure (C16:0), welche den LDL-Spiegel anheben (42).

Es empfiehlt sich gesättigte Fettsäuren soweit wie möglich durch einfachgesättigte Fettsäuren wie Olivenöl und mehrfach gesättigte Omega-3 Fettsäuren zu ersetzen und unter dem Anteil von 7% der Gesamtkalorien zu halten.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Die Ölsäure als die bekannteste einfach ungesättigte Fettsäure kommt in Olivenöl vor und kann als neutral gegenüber den Cholesterinwerten betrachtet werden (42). Dennoch hat die Verwendung von Olivenöl eine cholesterinunabhängige, positive Wirkung auf das kardiovaskuläre System, auch wenn es Hinweise gibt, dass Olivenöl mitunter die HDL-Funktionalität verbessert (4344).

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Der Hype um die Omega-6 Fettsäuren (Linolsäure) verebbte mit der Zeit, als es sich herausstellte, dass es keineswegs effizient die Cholesterinwerte verbesserte und zudem in der westlichen Ernährung viel zu stark vertreten ist, wodurch ein Ungleichgewicht zu den Omega-3 Fettsäuren entsteht und in einem proentzündlichen Milieu resultiert (42). Omega-3 Fettsäuren (EPA und DHA) dagegen beeinflussen kaum die HDL und LDL Werte, senken aber dafür das VLDL-Cholesterin (42).

Kohlenhydrate

Sehr kohlenhydrathaltige Ernährung erhöht das VLDL-Cholesterin und reduziert das HDL-Cholesterin, ohne die LDL-Werte zu verändern (42). Die Kohlenhydratquelle ist zudem ein wichtiger Faktor. Im Gegensatz zu Kohlenhydraten, die in Gemüse und Obst in komplexer Form kombiniert mit Ballaststoffen und zahlreichen Nährstoffen enthalten sind, verhält sich raffinierter Zucker gesundheitsschädlich. Wenn sogar gesättigte Fettsäuren in der Ernährung durch raffinierten Zucker ersetzt werden, hat dies negative Folgen auf die LDL und HDL, sowie die Triglyzerid-Werte, was in einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen resultiert (45).

Übergewicht

Normalgewichtige, gesunde Menschen haben einen funktionierenden Fettstoffwechsel bei dem das Körperfett vorrangig in Fettzellen gespeichert wird. Stark übergewichtige Menschen dagegen speichern Fettsäuren auch vermehrt im Muskelgewebe und in der Leber (Fettleber). Statt kontrollierter Freisetzung von Fettsäuren aus dem Fettgewebe, werden bei starkem Übergewicht permanent Fettsäuren freigesetzt, Muskeln und die Leber werden sozusagen überflutet. Dies führt einerseits zu einer Insulinresistenz der Muskulatur und einer drohenden Diabetes 2 Entwicklung. Die mit Fettsäuren überladene Leber produziert vermehrt VLDL, da VLDL Partikel als Hauptexportträger von Fettsäuren aus der Leber fungieren. Das erhöht den LDL-Spiegel da VLDL der Vorläufer des LDL ist, so dass die Konzentration beider Lipoproteine ansteigt und das HDL sinkt (42).

Alterungsprozess und Menopause

Mit dem Alter steigt der Cholesterinspiegel auch bei Normalgewichtigen. Vermutet wird eine Abnahme der LDL-Rezeptoren an der Oberfläche der Zellen, was zu einer Beeinträchtigung der LDL-Cholesterin Entfernung aus dem Blutkreislauf führt. Mit dem gleichen Hintergrund wird der Cholesterinanstieg nach der Menopause erklärt. Das weibliche Hormon Östrogen regt die Bildung von LDL-Rezeptoren an, durch den Östrogenmangel in der Menopause fällt die Anzahl der LDL-Rezeptoren ab, worauf das LDL-Cholesterin und das Gesamtcholesterin ansteigen (42).

Genetische Ursachen von Cholesterinstörungen

Geschätzt beeinflussen genetische Unterschiede ungefähr zu 50% die Cholesterinwerte, dies geht aus Studien mit Zwillingen hervor. Die meisten dieser Unterschiede sind in leichten Unterschieden innerhalb der cholesterinregulierenden Gene zu finden, sogenannten Einzelnukleotid-Polymorphismen, bei denen nur minimale Unterschiede in den entsprechenden Genen (LDL-Rezeptor, CETP etc.) vorhanden sind (46).

Anders verhält es sich bei einzelnen, schwerwiegenden Mutationen, welche die Funktionsweise des Cholesterinstoffwechsels deutlich beeinträchtigen. Dazu zählen Mutationen am LDL-Rezeptor, welche bei heterozygoter Vererbung (geschädigtes Gen nur von einem Elternteil) zu einem doppelt so hohen LDL-Spiegel führen und bei einer homozygoten Vererbung (das gleiche Gen auf beiden Schwesterchromosomen geschädigt) das LDL-Cholesterin 4-fach ansteigen lassen. Die heterozygote Mutation kommt bei 1 von 500 Menschen vor und wird als familiäre Hypercholesterinämie bezeichnet. Das Gleiche gilt für Mutationen am LDL-Protein ApoB-100, die zu einem schlechteren Import von LDL Partikeln in die Zellen hinein führen und bei 1 von 500 Menschen zu finden sind (42).

Unterschiede im Gen für das ApoE Protein wirken sich auf mehrere Erkrankungsrisiken aus. Während ApoE3 als die normal geltende Version bezeichnet wird und von fast 80% aller Menschen getragen wird, führt die ApoE4 (fast 15%) genetische Variante zu einem gesteigerten Risiko für hohes LDL-Cholesterin, Erkrankung der Herzkranzgefäße und Alzheimer (4748).

Cholesterin und Krebs

Cholesterinwerte hängen bei manchen Krebsarten mit der Häufigkeit der Erkrankung zusammen. So tritt bei Männer mit eher niedrigen Cholesterinwerten Prostatakrebs seltener auf, wogegen hohe Cholesterinwerte die Entstehung von aggressivem Prostatakrebs fördern könnten (49). Bei Frauen hängt die vermehrte Cholesterinaufnahme durch die Ernährung mit einem höheren Brustkrebsrisiko zusammen. Der Hauptmetabolit 27-Hydroxycholesterin regt in Tiermodellen das Tumorwachstum und die Metastasen Bildung an (5051). Das Vorkommen von Darmkrebs ist assoziiert mit regem Verzehr cholesterinhaltiger Nahrungsmitteln, während die Verwendung der cholesterinsenkenden Statine zu einem geringeren Darmkrebsrisiko führt (5253).

Der Zusammenhang zwischen der Krebsentwicklung und Cholesterin ist nicht eindeutig. Cholesterin ist fundamental an der Bildung von Lipid Rafts beteiligt, Punkten an der Oberfläche der Zellen, die eine hohe Cholesterinkonzentration aufweisen und eine Ansammlung an Proteinen, die mit der Zellumgebung interagieren. Eines dieser Proteine, das CD44 ist für die Metastasierung von Krebszellen bedeutend. Der Einsatz des Statins Simvastatin führt zum Ablösen des CD44 aus der Zellmembran (54). Das für die Cholesterinsynthese bedeutende Enzym HMG-CoA Reduktase ist ein potentielles Onkogen, da sich schnell teilende Krebszellen genug Cholesterin für die Bildung neuer Zellmembranen herstellen müssen. Prostatakrebszellen produzieren Testosteron aus Cholesterin, dieses wiederum bringt ihr Wachstum voran (55). Es können also je nach Krebsart unterschiedliche Mechanismen mit dem Cholesterinstoffwechsel zusammenhängen (54).

Medikamentöse Intervention

Die Umstellung des Lebensstil sollte stets eine zentrale Rolle bei der Reduktion des Cholesterinspiegels und des kardiovaskulären Risikos spielen. Um gesundheitliche Folgen schnellstmöglich in den Griff zu bekommen und bei genetischen oder krankheitsbedingten Ursachen rasche Erfolge zu erzielen werden verschiedene Medikamente verordnet.

Statine

Statine sind Medikamente, die von natürlichen Substanzen abgeleitet wurden und die Cholesterinsynthese in der Leber hemmen, indem sie das Enzym HMG-CoA Reduktase hemmen. Durch den entstehenden Cholesterinmangel fahren die Leberzellen die Lokalisierung des Transkriptionsfaktors SREBP zum Zellkern hoch, der für die Cholesterinproduktion wichtige Gene aktiviert, darunter die Herstellung der HMG-CoA Reduktase und der LDL-Oberflächenrezeptoren um mehr Cholesterin aus dem Blut aufnehmen zu können. HMG-CoA Reduktase wird jedoch weiterhin von den Statinen gehemmt, so bleibt den Leberzellen nur noch die Möglichkeit durch die LDL-Rezeptoren das LDL-Cholesterin aus dem Blut zu entziehen. Durch diese „Sogwirkung“ wird das im Blut zirkulierende LDL-Cholesterin reduziert und das Atherosklerose Risiko gesenkt. Die Leber selbst kommt mit dem überschüssigen Cholesterin leicht zurecht, da sie es in Form von Gallensäuren ausscheiden kann (56).

Eine Meta-Analyse von 92 klinischen, placebokontrollierten Studien fand, dass Atorvastatin bei Menschen mit bereits bestehender kardiovaskulärer Erkrankung das Sterblichkeitsrisiko und Vorkommen von schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen besser reduzierte als andere Statine (Pravastatin oder Simvastatin). Generell zeigten sich Atorvastatin und Fluvastatin unter allen untersuchten Statinen am wirksamsten. Zur Vorsorge bei gesunden Menschen ohne vorhandene kardiovaskuläre Erkrankungen waren jedoch alle Statine gleich wirksam (57). Eine weitere Meta-Analyse von 135 klinischen Studien fand, dass Pravastastin und Simvastatin am verträglichsten waren und mit weniger Nebenwirkungen verbunden waren als das effektivere Atorvastatin, welches in den Studien häufiger zum Abbruch der Behandlung führte als andere Statine. Die Forscher fanden gegenüber dem Placebo kein erhöhtes Aufkommen von Muskelschmerzen (Myalgie), erhöhter Kreatinkinase oder Krebs, dafür aber ein leicht erhöhtes Diabetes 2 Risiko (58).

Trotz der Effizienz der Statine gibt es auch Kritik seitens einiger Forscher, die das Risiko von Nebenwirkungen höher einschätzen und die Reduktion der Sterblichkeitsrate durch Statine als nicht ausreichend betrachten. Manche von diesen Forschern zweifeln generell die Cholesterinthese hinter Herzkreislauferkrankungen an (59).

Fibrate

Fibrate binden an sogenannte PPAR Rezeptoren innerhalb der Zellen. Verschiedene PPAR-Rezeptoren beeinflussen den Fettstoffwechsel anders. Die Aktivierung des PPAR-Alpha Rezeptors im Muskelgewebe und in der Leber erhöht die Aufnahme und Verbrennung von überschüssigen Fettsäuren, so dass Fibrate hauptsächlich für die Senkung erhöhter Triglyzeridwerte genutzt werden. Sie heben zudem eher das HDL-Cholesterin an und senken die gefährliche Unterfraktion des LDL, die kleinen dichten LDL-Partikel (small dense LDL) (60). Eine umfangreiche Meta-Analyse ergab jedoch, dass die derzeitig erhältlichen Fibrate bei Menschen mit zuvor vorhandenen kardiovaskulären Erkrankungen nicht das Aufkommen von neuen Herzattacken oder Schlaganfällen vorbeugen (61).

CETP Inhibitoren

CETP ist das Enzym, welches Triglyzeride von LDL-Partikeln auf HDL lädt und umgekehrt das Cholesterin auf das LDL verfrachtet. Die ursprüngliche Idee hinter der Hemmung des CETP Enzyms ist die Anhebung des HDL-Cholesterins, da dieses nicht mehr auf das proatherogene LDL transferiert werden kann. Auf der anderen Seite ist CETP jedoch auch wichtig im Transfer von oxidierten Fettsäuren auf das HDL, verbleiben diese toxischen Fettsäuren innerhalb der LDL-Partikel führt das zur Entstehung von oxidiertem LDL, das maßgeblich an der Gefäßverkalkung beteiligt ist (32). Drei der bisher in klinischen Versuchen getesteten CETP Inhibitoren sind gescheitert (Torcetrapib, Dalcetrapib, Evacetrapib), Versuche mit zwei weiteren sind am Laufen.

Cholesterinsenkende Ernährung

Eine Cholesterinsenkung sollte durch eine langfristige Veränderung des Lifestyles begleitet werden. Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, erfahren beispielsweise einen recht zügigen Anstieg des guten HDL-Cholesterins (62).

Studien mit diversen Ernährungsweisen zwecks einer Reduktion des Kardiovaskulären Risikos deuten vorallem auf die Mittelmeer Diät, bei der das umfangreichste Studienmaterial vorliegt. Die Mediterrane Diät reduziert selbst ohne eine Gewichtsreduktion die LDL ApoB-100 Konzentration und erhöht die Größe der LDL-Partikel, während sie das Gesamtcholesterin in einer Studie um 7 mg/dL reduzierte (63) . Die positiven kardiovaskulären Effekte der Mittelmeer Ernährung sind jedoch auch cholesterinunabhängig, unteranderem wirkt sie blutdrucksenkend.

Die Paleo Diät (Steinzeitdiät), ist der Mediterranen Diät relativ ähnlich, nur dass hier komplett auf Getreide- und Milchprodukte verzichtet wird. Laut einer Meta-Analyse von 4 klinischen Studien verbesserte eine Umstellung auf die Paleo Ernährung die HDL-Werte um 0,12 mmol/L (4 mg/L) (64). Auch diese Ernährungsform wirkt durch andere Aspekte kardioprotektiv, unteranderem durch die Blutdrucksenkung und automatische Gewichtsreduktion.

Ballaststoffe binden Cholesterin im Darm, sowohl das Cholesterin aus der Nahrung, als auch jenes das von der Leber in der Gallenflüssigkeit freigesetzt wird. Die tägliche Einnahme von zusätzlichen 6 g löslichen Ballaststoffen führt zu einer Reduktion des LDL-Cholesterins um -5,4% und minimiert damit das geschätzte Risiko für die koronare Herzkrankheit (KHK) um -9% (65). Die Paleo und die Mittelmeer Diät sind beide sehr ballaststoffreich. Ballaststoffe können zudem recht schnell in Form von Flohsamenschalen oder Glucomannan (Shirataki Nudeln) zugeführt werden.

In einer Meta-Analyse wurden 21 doppelblind, placebokontrollierte, klinische Studien mit Flohsamen analysiert. Die Einnahme führte im Durchschnitt zur Senkung des Gesamtcholesterins um -0,375 mmol/L und zu einer Reduktion des LDL-Cholesterins um -0,278 mmol/L. Eine tägliche Dosis von mehr als 20 g brachte keine zusätzliche Wirkung mit sich, 5-10 g waren durchaus ausreichend (66). Ballaststoffe führen jedoch eher nicht zu einer Erhöhung des guten HDL-Cholesterins.

Kohlenhydratarme Low-Carb Diäten zwecks Gewichtsreduktion werden häufig als schlecht für das Cholesterinbild bezeichnet, dies liegt vorallem daran, dass in dieser fettreichen Ernährungsweise ungesunde Fette aus raffinierten Quellen (Wurst, Speck) gegessen werden. Eine vegane Form der Low-Carb Diät bei der auf die Wahl von guten Fetten (Olivenöl, Nüsse, Leinsamen) und sauberen Proteinquellen geachtet wurde, führte jedoch in mehreren Studien zu einer Besserung sämtlicher Cholesterinwerte (67).

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