Acai Beeren (açaí, Euterpe oleracea Martius)

Acai Beeren stammen aus Brasilien und werden als Superfood vermarktet. Sie enthalten eine Kombination aus diversen, antioxidativen Substanzen (hoher ORAC-Wert), die mitunter auch antientzündliche Eigenschaften aufweisen. Dennoch sind die derzeit vorliegenden klinischen Studien sehr klein gehalten und von geringer Qualität.

Zusammenfassung

Acai (açaí, juçara, Assai) sind Beeren, die auf dem Acai Palmenbaum in Südamerika wachsen.

Acai Beeren als reichhaltige Quelle von Antioxidantien

Acai Beeren enthalten eine Vielzahl an Antioxidantien (Proanthocyanidine, Flavonoide und Carotinoide), welche laut Zellstudien relativ gut in die Zellen vordringen können und gegen reaktive Sauerstoffspezies wirken.In einigen kleineren, qualitätsärmeren Studien steigerte die Einnahme von Acai Beeren die antioxidative Kapazität im Blutserum der Teilnehmer und erhöhte den Gehalt der entgiftenden Antioxidans Glutathion (GSH)während es die Konzentration von toxischen Lipidperoxiden verringerte. Lipidperoxide sind toxische Substanzen, die bei der Reaktion von Fettsäuren mit reaktiven Sauerstoffspezies entstehen.

Acai Beeren Pulver (entwässert) hat einen relativ hohen ORAC Wert (antioxidatives Maß) von fast 40.000 µmol TE/g, im Vergleich dazu haben frische Himbeeren 5.000 und Blaubeeren 10.000 µmol TE/g.

Die auf dem Markt eher selten vertretenen Acai Beeren von der Sorte Euterpe precatoria sind laut einer Untersuchung der gängigen Euterpe oleracea in ihrer antioxidativen Kapazität deutlich überlegen. Ein Grund könnte ihr Gehalt an stark antioxidativen Carotinoiden wie Zeaxanthin oder Astaxanthin sein, die in E. oleracea so gut wie nicht vorkommen.

Antientzündliche Eigenschaften

Einige Flavonoide (Velutin, Luteolin) aus den Acai Beeren unterdrücken den entzündungsfördernden Transkriptionsfaktor NF-κB. Dies geschieht mitunter auch durch die Aktivierung des Hauptschalters der antioxidativen Zellabwehr (Nrf2) seitens der Acai Beeren Wirkstoffe. In Tiermodellen reduzierte dies die Konzentration von freien Radikalen und entzündungsfördernden Botenstoffen und führte zu einer besseren Gehirnleistung bei älteren Tieren. Die Ergebnisse dieser Forschung sind jedoch ohne klinische Versuche nicht auf den Menschen übertragbar.

In einer einzigen, nicht qualitativen Studie, verbesserte der Verzehr eines Acai Beeren Saftes nach 12 Wochen den Bewegungsradius und Schmerzfreiheit in Gelenken bei Probanden, die zuvor durch diese eingeschränkt waren. Leider fehlt mehr qualitativere Forschung um diesen Ergebnissen Glauben zu schenken.

Stoffwechsel und Lipidwerte

Ein kleiner klinischer Versuch mit übergewichtigen Menschen registrierte reduzierte Blutzucker und Insulinwerte, sowie die Reduktion des „schlechten“ LDL-Cholesterins durch den Verzehr von 200 g Acai Beeren einen Monat lang. Aufgrund einer fehlenden Placebokontrolle und wenigen Studienteilnehmern sind diese Ergebnisse nicht aussagekräftig.

Acai Beeren für Sportler

Lediglich zwei Versuche mit Sportlern liegen vor. In einer Studie verhalf der Verzehr von Acai Beeren den Athleten länger eine sehr anstrengende Ausdauerleistung zu vollbringen (7,7 Minuten statt 6,7) und sich weniger erschöpft zu fühlen, während in einem zweiten Versuch eine einmonatige Einnahme nicht die Sprintzeiten bei jungen Hürdenläufern verbesserte.

Letztendlich sind Acai Beeren, wie andere Beeren auch, ein Nahrungsmittel und interessant solange man keine überhöhten Erwartungen an die gesundheitliche Wirkung stellt.

Acai BeerenWirksamkeit beim Menschen: Dieeuropäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht für Acai Beeren bisher in keinem Fall eine gesundheitlich oder physiologisch relevante Wirksamkeit beigesunden oder kranken Menschen als ausreichend durch klinische Forschung belegt an.

Anwendung

Dosierung/Einnahme Acai Beeren sind ein Nahrungsmittel wie andere Beeren auch. In Brasilien werden tägliche Portionen von 100-200 g gegessen. Getrocknetes Acai Beeren Pulver ist wasserfrei und stärker konzentriert.
Kombinieren mit Goji Beeren, Astaxanthin, Krill Öl, OPC und vielen anderen.
Nicht einnehmen mit kaliumsparenden Diuretika
Nebenwirkungen -
Vorsicht Acai Beeren vom Typ Euterpe edulis sollten nicht genutzt werden und sind auch so gut wie nicht verfügbar auf dem Markt.
Produktwahl Die meisten Studien wurden mit Euterpe oleracea Beeren durchgeführt. Falls Sie die seltenen Euterpe precatoria Beeren finden können, wählen Sie die zuerst, da diese Acai Beeren mehr Carotinoide und Antioxidantien enthalten.

Acai (açaí, juçara, Assai) sind Beeren, die auf dem Acai Palmenbaum wachsen und heute als Superfood angepriesen werden. Die Beeren werden hauptsächlich von den Palmen der Spezies Euterpe oleracea und Eutere precatoria geerntet. Die dritte Spezies E. edulis ist kaum verbreitet und die Anwendung von Acai Beeren von dieser Spezies ist sehr fragwürdig aufgrund von negativen Ergebnissen bei toxikologischen Tests.

Die E. oleracea Acai Beere (acai-do-pará) ist etwas größer und leicht heller als die kleineren und dunkleren E. precatoria (Acai-do-amazonas) Beeren, welche im Becken des Flusses Amazonas wachen. E. oleracea Beeren stellen den größten Anteil der weltweit verkauften Acai Beeren dar(1).

Acai Beeren Pulver enthält pro 100 g: 533 Kcal, 52 g Kohlenhydrate, 8 g Protein, 32 g Fett und 44 g Ballaststoffe. Dabei besteht der Fettanteil ungefähr aus 10% mehrfach ungesättigten, 60% einfach ungesättigten und 30% gesättigten Fettsäuren (2). Den höchsten Anteil nimmt dabei die einfach ungesättigte Ölsäure ein, die auch im Olivenöl enthalten ist.

Antioxidative Wirkung

Eine Überproduktion reaktiven Sauerstoffspezies, kann oxidative Schäden an Biomolekülen innerhalb der Zellen anrichten und die Entwicklung als auch Fortschreitung zahlreicher chronischer Erkrankungen fördern, darunter auch Atherosklerose, Diabetes, Krebs und anderer degenerativer Erkrankungen(3, 4).

Acai Beeren enthalten wie andere Beeren antioxidative Polyphenole. Natürliche Substanzen, die mit freien Radikalen reagieren und diese unschädlich machen oder eine direkt stimulierende Wirkung auf die zelleigenen, antioxidativen Mechanismen haben können. Einige dieser Polyphenole binden an das Protein Nrf2 und aktivieren es(5). Nrf2 ist ein Hauptschalter für die zelleigene antioxidative Abwehr. Es regt die Produktion von Enzymen wie Superoxide Dismutase (SOD), Katalase (CAT) und GlutathionePeroxidase (GPx) an, welche im Zusammenspiel das toxische Wasserstoffperoxid und das freie Radikal Superoxid zu Wasser abbauen und somit den oxidativen Stress innerhalb der Zellen minimieren (6).

Die in den Acai Beeren enthaltenen Polyphenolesind hauptsächlich Flavonoide.  Von den Flavonoiden denen ein Anteil auf die Anthocyanidine (siehe Oligomere Proanthocyanidine, OPC, Traubenkernextrakt)wie Catechin undCyanidine wie Cyanidin-3-O-Glucosid  und Cyanidin-3-O-Rutinoside. Dabei entfallen 31% der Polyphenole auf die Flavonoide und davon 9% auf die Proanthocyanidine(1).

Die fünf wichtigsten Flavonoide aus der Acai Beere und deren antioxidatives Potential, gemessen in ORAC Einheiten, sind hier dargestellt und mit anderen Naturstoffen verglichen. ORAC ist eine Methode bei der das antioxidative Potential eines Naturstoffs in Einheiten des Vitamins E dargestellt wird, im sogenannten Mikro Mol TroloxEquivalent. Je höher dieser Wert ist, umso stärker ist die direkte antioxidative Wirkung. Der ORAC Wert berücksichtigt jedoch nicht die zusätzliche, anregende Wirkung der Flavonoide auf die antioxidative Abwehr der Zellen.

Acai Beeren Flavonoide und andere Naturstoffe ORAC (µmol TE/g)Antioxidatives Potential
(2S,3S)-Dihyrokaempferol 3-O-ß-D-Glucosid 15.198
(2R,3R)-Dihydrokaempferol 3-O-ß-D-Glucosid 11.218
Isovitexin 22.404
Velutin 13.643
Acai Beeren Pulver 39.000
Trauebenkernextrakt (OPC) 100.000
Himbeeren 4.882
Blaubeeren 9.621

Unterschied zwischen der antioxidativen Wirkung von E. oleracea und E. precatoria

Obwohl die Acai Beeren von der Sorte E. oleracea am besten erforscht wurden und auf dem Markt am stärksten verbreitet sind, ist die antioxidative Wirkung von E. precatoria überlegen. Eine umfangreiche Studie, bei der die Wirkung der beiden Acai Beeren Sorten gegen diverse freie Radikale untersucht wurde, fand einen 3-fach höheren ORAC Wert bei den E. precatoria Beeren und eine deutlich stärkere antioxidative Wirkung gegen das Peroxylradikal(ROO·), gegen das DNA-schädigende Hydroxylradikal (OH·), das Superoxid und Peroxynitrit Anion(7).

E. precatoria Beeren enthalten neben den Flavonoiden und Proanthocyanidinen auch zahlreiche Carotinoide, die reaktive Sauerstoffspezies abfangen und sie unschädlich machen, bevor sie Zellbestandteile schädigen können. Darunter auch der starke Antioxidant Astaxanthin, das auch im Krill Öl enthalten ist und Zeaxanthin, das reichhaltig in Goji Beeren vorkommt und im Auge eine natürliche, protektive Rolle spielt. Im E. oleracea dagegen sind diese Substanzen kaum nachweisbar. Mitunter könnten wasserlösliche Antioxidantien aus E. precatoria besser in die Zellen eindringen als jene aus E. oleracea und somit effizienter gegen Zellschäden wirken (7).

Carotinoid  E. precatoria µg/g E. oleracea µg/g
E. oleracea µg/g 221 10
Lycopen 186 Unter Nachweisgrenze
Astaxanthin 18 Unter Nachweisgrenze
Lutein 483 Unter Nachweisgrenze
Zeaxanthin 54 Unter Nachweisgrenze
Gesamt 963 10

Klinische Studien

In einer kleineren, nicht placebokontrollierten Studie geringerer Qualität nahmen gesunde Frauen über 4 Wochen täglich 200 g Acai Beeren zu sich. Veränderungen wurden im Blut und anhand der Granulozyten gemessen. Die totale antioxidative Kapazität innerhalb der Granulozyten stieg um 104% an, während die Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies auf ¼ des ursprünglichen Werts sank. Das Enzym Katalase, das toxisches Wasserstoffperoxid zu Wasser und Sauerstoff umwandelt, stieg innerhalb der untersuchten Granulozyten sehr stark um das 40-fache an, während andere antioxidative Enzyme durch die Acai Beeren nicht beeinflusst wurden. Zudem sank die Blutkonzentration dersauerstoffgeschädigten Proteine (carbonylierte Proteine) durch den Verzehr von Acai Beeren, was wiederum ein Indikator für einen geringeren oxidativen Stress im Blut ist. Leider ist die zitierte Studie von beschränkter Aussagekraft aufgrund einer geringen Teilnehmerzahl und einer fehlenden Placebokontrolle(8).

In einer kurzzeitigen, doppelblind placebokontrollierten Untersuchung mit 12 Teilnehmern bekamen diese abwechselnd entweder ein Placebo oder 120 ml Acai Beeren Saft. Die Blutwerte wurden stündlich gemessen und nach 2 h konnte bei 11 der 12 Probanden eine erhöhte antioxidative Kapazität im Blutserum festgestellt werden. Bei 10 der 12 Teilnehmer sank die Konzentration der Lipidperoxide im Blut 2 h nach dem Verzehr des Saftes. Lipidperoxide sind toxische und DNA-schädigende Substanzen, die entstehen wenn mehrfach ungesättigte Fettsäuren mit reaktiven Sauerstoffspezies reagieren. Leider ist diese klinische Studie sehr klein gehalten um genug Aussagekraft zu haben (9).

Die Steigerung der antioxidativen Kapazität um das 2 bis 3-fache wurde in einer Studie festgestellt bei der die Aufnahme, Blutkonzentration und Ausscheidung der Wirkstoffe (Pharmakokinetik) aus den Acai Beeren bei den Teilnehmern gemessen wurden (10).

Antiinflammatorische Eigenschaften

Einige der Acai Beeren Wirkstoffe weisen antientzündliche Eigenschaften auf. Insbesondere das sonst selten vorkommende FlavonoidVelutin und Luteolin hemmten in Zellversuchen die Aktivierung des proentzündlichen Transkriptionsfaktors NF-κB (11). Das NF-κB kontrolliert über 150 Zielgene und steuert damit die Freisetzung von proentzündlichen Botenstoffen, Immunrezeptoren und Adhäsionsmolekülen, welche die Wanderung von Immunzellen ermöglichen. Eine übermäßige Aktivierung von NF-κB ist typisch bei Erkrankungen, die mit chronischen Entzündungsreaktionen einhergehen(12).

Das in Acai Beeren vorkommende Velutin hemmte in einem weiteren Versuch die Freisetzung der proentzündlichen Botenstoffe TNF-α (Tumornekrosefaktor) und IL-6 (Interleukin-6) durch Makrophagen (Fresszellen) (13). Inzwischen ist bekannt, dass der Hauptschalter für die antioxidative Abwehr, das Protein Nrf2, das auch durch Wirkstoffe aus Acai Beeren vermehrt aktiviert wird, das proentzündliche NF-κB unterdrückt (14). Die Anregung der antioxidativen Kapazitäten durch Flavonoide aus den Acai Beeren könnte also indirekt auch eine entzündungshemmende Wirkung entfalten.

Studien im Tiermodell

Ältere Ratten, die mit Acai Beeren gefüttert wurden, zeigten positive biochemische Veränderungen in Gehirnbereichen, welche mit dem Lernprozess und kognitiver Leistung in Verbindung stehen (15). Der Verzehr von Acai Beeren senkte die Konzentration des Enzyms NOX2, das an der Produktion von freien Radikalen beteiligt ist und dessen Überaktivierung zum kognitiven Leistungsabfall führt (1516). Im Hippocampus (Gehirnbereich wichtig für das Erlernen neuer Informationen) und im Frontalcortex des Gehirns stellten die Forscher einen Anstieg des Nrf2 Proteins und damit der antioxidativen Abwehr. In den gleichen Gehirnbereichen wurde durch den Verzehr der Acai Beeren vermehrt die Autophagie stimuliert (15). Die Autophagie ist eine Art Reinigungsmechanismus der Zellen, der im Alter häufig nicht korrekt funktioniert und zur Ansammlung von schädlichen Proteinaggregaten und Plaque innerhalb des Gehirns führen kann (17).

In einem weiteren Versuch bekamen alte Ratten 8 Wochen lang Acai Beeren zur Nahrung zugesetzt. Diese hatten mit der Zeit geringere Werte des proentzündlichen Botenstoffs TNF-α im Serum und schnitten besser bei Tests ab, wobei das Arbeitsgedächtnis bei den behandelten Tieren besser funktionierte (18). Die Leistung des Arbeitsgedächtnisses steht in direkter Verbindung mit der Fähigkeit neuartige Problemstellungen zu lösen.

Leider reichen die genannten Studien keineswegs aus, um eine gleichwertige Wirkung beim Menschen zu belegen.

Humane Studien

In einer klein angelegten Studie von minderer Qualität (nicht placebokontrolliert) wurde ein Saft aus Acai Beeren an Teilnehmer verabreicht, die an einer eingeschränkten Beweglichkeit ihrer Gelenke litten und teilweise altersbedingter Osteoarthritis litten. Der Saft aus Beeren von der Gattung Euterpe oleracea wurde täglich in einer Menge von 120 ml getrunken, 12 Wochen lang. Die Teilnehmer litten an weniger Schmerzen, hatten einen verbesserten Bewegungsradius der Gelenke und konnten mehr Aktivitäten täglich verrichten(19). Dennoch reicht eine so kleine Studie keineswegs aus, um zu beweisen, dass Acai Beeren ausreichend antientzündlich beim Menschen wirken.

Acai Beeren beim Metabolischen Syndrom

In einer nicht placebokontrollierten, kleinen Studie mit 10 übergewichtigen Teilnehmern nahmen diese täglich zweimal je 100 g Acai Beeren einen Monat lang ein. Im Durchschnitt sank ihr leicht erhöhter Nüchternblutzucker von 98 mg/dl auf 92,8 mg/dl und auch die erhöhten Insulinwerte sanken von 8,9 auf 6,7 µU/ml. Der Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit fiel nach der Anwendung der Acai Beeren geringfügiger aus, was auf eine verbesserte Blutzuckerkontrolle hindeutet. Die Cholesterin Werte sanken von 159 auf 142 mg/dl. Obwohl das „schlechte“ LDL-Cholesterin leicht reduziert wurde, gab es keine Veränderungen beim VLDL, HDL-Cholesterin oderTriglyzeriden. Die gemessenen Entzündungswerte (c-reaktives Protein) oder der Blutdruck wurden nicht beeinflusst. Obwohl die Anwendung von Acai Beeren gegen einige Symptome des Metabolischen Syndroms zu helfen schien, ist die vorliegende Studie bei weitem nicht ausreichend um eine eindeutige Wirkung im Menschen zu belegen oder Acai als Ersatz für eine Therapie vorzuschlagen (20).

Acai Beeren für Sportler

Um die Auswirkungen eines Acai Beeren Saftkonzentrats (12 g gefrorene Acai Beeren) auf Athleten zu testen, wurden diese einem anstrengenden Tretmühlen Test bei hohem Widerstand unterzogen. In der Studie mussten die Sportler eine vorgegebene Leistung bei 90% VO2max, also bei 90% der maximalen Sauerstoffaufnahme vollbringen. Ohne den Acai Beeren Saft waren die Teilnehmer im Durchschnitt nach 6,7 Minuten erschöpft, während der Verzehr des Saftes die Erschöpfung um eine weitere Minute auf 7,7 Minuten verzögern konnte. Der Anstieg des Ammoniums im Blut der Sportler, verursacht durch die Anstrengung und leichten Muskelschaden, wurde durch die Einnahme des Acai Beeren Safts verringert(21). Ammonium hemmt die Produktion des energiereichen ATPs (Adenosintriphosphat) und führt zu einem Anstieg des Ca2+ in den Mitochondrien (Zellkraftwerke), was wiederum zu vorzeitiger Ermüdung der Muskulatur führt(22). Die verringerte Ammoniumfreisetzung durch die Einnahme des Acai Beeren Saftes könnte daher an der erzielten Leistungssteigerung beteiligt sein. Die Forscher stellten zudem fest, dass die Sportler mit einer verbesserten kardiorespiratorische Antwort auf die Belastung reagierten, mit weniger Hyperventilation. Sie empfanden den physischen Test als weniger belastend, wenn sie zuvor den Saft verzehrten (21).

Die Wirkung des Acai Beeren Saftes auf die Sprintleistung wurde in einer Studie mit Hürdenläufern untersucht, die 6 Wochen lang täglich 100 ml des Saftes tranken. Der Saft enthielt auch andere Beeren in geringerer Konzentration, darunter Goji Beeren. Leider waren die Ergebnisse negativ und der Acai Saft führte nicht zu schnelleren Sprintzeiten(23). Dafür stieg die totale antioxidative Kapazität im Blutplasma der Teilnehmer, vorallem die Blutkonzentration des körpereigenen Antioxidans Glutathion (GSH) wurde angehoben. Polyphenole aus den Acai Beeren scheinen das Enzym γ-GlutamylcysteinSynthetase (γGCS) anzuregen, welches maßgeblich an der Produktion des entgiftenden Glutathions beteiligt ist(24). Obwohl die Teilnehmer jung und gesund waren, reduzierte die Einnahme den LDL-Cholesterinspiegel leicht. Eine übermäßige LDL-Konzentration führt zur Gefäßverkalkung. Die Studie wurde leider nur mit 7 Teilnehmern, ohne eine Placebo Kontrolle durchgeführt, was die Bedeutung der Ergebnisse stark schmälert(23).

Nebenwirkungen

In einer klinischen Studie führte die Einnahme von 200 g Acai Beeren täglich zu keinen Berichten über Nebenwirkungen(20). Im Tiermodel führt eine beim Menschen äquivalente Dosis von 140 g bei einmaliger Einnahme zu keinen Nebenwirkungen(25).

Acai Beeren sind reich an Kalium, daher sollte dies beachtet werden, wenn Medikamente eingenommen werden, die den Kaliumspiegel anheben: ACE Hemmer, Beta-Blocker, Cyclosporine, Heparine oder kaliumsparende Diuretika wie Amilorid und Triamteren.

Quellenangaben

1. Yamaguchi KK, Pereira LF, Lamarao CV, Lima ES, da Veiga-Junior VF. Amazon acai: chemistry and biological activities: a review. Food Chem. 2015 Jul 15;179:137-51. PubMed PMID: 25722148.

2. Schauss AG, Wu X, Prior RL, Ou B, Patel D, Huang D, et al. Phytochemical and nutrient composition of the freeze-dried amazonian palm berry, Euterpe oleraceae mart. (acai). J Agric Food Chem. 2006 Nov 1;54(22):8598-603. PubMed PMID: 17061839.

3. Strobel NA, Fassett RG, Marsh SA, Coombes JS. Oxidative stress biomarkers as predictors of cardiovascular disease. Int J Cardiol. 2011 Mar 3;147(2):191-201. PubMed PMID: 20864194.

4. Giacco F, Brownlee M. Oxidative stress and diabetic complications. Circulation research. 2010 Oct 29;107(9):1058-70. PubMed PMID: 21030723. Pubmed Central PMCID: 2996922.

5. Tsuji PA, Stephenson KK, Wade KL, Liu H, Fahey JW. Structure-activity analysis of flavonoids: direct and indirect antioxidant, and antiinflammatory potencies and toxicities. Nutrition and cancer. 2013;65(7):1014-25. PubMed PMID: 24087992.

6. Lee WL, Huang JY, Shyur LF. Phytoagents for cancer management: regulation of nucleic acid oxidation, ROS, and related mechanisms. Oxidative medicine and cellular longevity. 2013;2013:925804. PubMed PMID: 24454991. Pubmed Central PMCID: 3886269.

7. Kang J, Thakali KM, Xie C, Kondo M, Tong Y, Ou B, et al. Bioactivities of açaí (Euterpe precatoria Mart.) fruit pulp, superior antioxidant and anti-inflammatory properties to Euterpe oleracea Mart. Food Chemistry. 2012;133(3):671-7.

8. Barbosa PO, Pala D, Silva CT, Oliveira de Souza M, Ferreira do Amaral J, Lima Vieira RA, et al. Acai (Euterpe oleracea Mart.) pulp dietary intake improves cellular antioxidant enzymes and biomarkers of serum in healthy women. Nutrition. 2015 Dec 29. PubMed PMID: 26883870.

9. Jensen GS, Wu X, Patterson KM, Barnes J, Carter SG, Scherwitz L, et al. In vitro and in vivo antioxidant and anti-inflammatory capacities of an antioxidant-rich fruit and berry juice blend. Results of a pilot and randomized, double-blinded, placebo-controlled, crossover study. J Agric Food Chem. 2008 Sep 24;56(18):8326-33. PubMed PMID: 18717569.

10. Mertens-Talcott SU, Rios J, Jilma-Stohlawetz P, Pacheco-Palencia LA, Meibohm B, Talcott ST, et al. Pharmacokinetics of anthocyanins and antioxidant effects after the consumption of anthocyanin-rich acai juice and pulp (Euterpe oleracea Mart.) in human healthy volunteers. J Agric Food Chem. 2008 Sep 10;56(17):7796-802. PubMed PMID: 18693743.

11. Kang J, Xie C, Li Z, Nagarajan S, Schauss AG, Wu T, et al. Flavonoids from acai (Euterpe oleracea Mart.) pulp and their antioxidant and anti-inflammatory activities. Food Chemistry. 2011;128(1):152-7.

12. Pateras I, Giaginis C, Tsigris C, Patsouris E, Theocharis S. NF-kappaB signaling at the crossroads of inflammation and atherogenesis: searching for new therapeutic links. Expert opinion on therapeutic targets. 2014 Sep;18(9):1089-101. PubMed PMID: 25005042.

13. Xie C, Kang J, Li Z, Schauss AG, Badger TM, Nagarajan S, et al. The acai flavonoid velutin is a potent anti-inflammatory agent: blockade of LPS-mediated TNF-alpha and IL-6 production through inhibiting NF-kappaB activation and MAPK pathway. The Journal of nutritional biochemistry. 2012 Sep;23(9):1184-91. PubMed PMID: 22137267.

14. Wardyn JD, Ponsford AH, Sanderson CM. Dissecting molecular cross-talk between Nrf2 and NF-kappaB response pathways. Biochemical Society transactions. 2015 Aug;43(4):621-6. PubMed PMID: 26551702. Pubmed Central PMCID: 4613495.

15. Poulose SM, Bielinski DF, Carey A, Schauss AG, Shukitt-Hale B. Modulation of oxidative stress, inflammation, autophagy and expression of Nrf2 in hippocampus and frontal cortex of rats fed with açaí-enriched diets. Nutritional Neuroscience. 2016.

16. Hernandes MS, D'Avila JC, Trevelin SC, Reis PA, Kinjo ER, Lopes LR, et al. The role of Nox2-derived ROS in the development of cognitive impairment after sepsis. Journal of neuroinflammation. 2014;11:36. PubMed PMID: 24571599. Pubmed Central PMCID: 3974031.

17. Liu Z, Li T, Li P, Wei N, Zhao Z, Liang H, et al. The Ambiguous Relationship of Oxidative Stress, Tau Hyperphosphorylation, and Autophagy Dysfunction in Alzheimer's Disease. Oxidative medicine and cellular longevity. 2015;2015:352723. PubMed PMID: 26171115. Pubmed Central PMCID: 4485995.

18. Carey AN, Miller MG, Fisher DR, Bielinski DF, Gilman CK, Poulose SM, et al. Dietary supplementation with the polyphenol-rich açaí pulps (Euterpe oleraceaMart. andEuterpe precatoriaMart.) improves cognition in aged rats and attenuates inflammatory signaling in BV-2 microglial cells. Nutritional Neuroscience. 2015:119078420.

19. Jensen GS, Ager DM, Redman KA, Mitzner MA, Benson KF, Schauss AG. Pain reduction and improvement in range of motion after daily consumption of an acai (Euterpe oleracea Mart.) pulp-fortified polyphenolic-rich fruit and berry juice blend. J Med Food. 2011 Jul-Aug;14(7-8):702-11. PubMed PMID: 21470042. Pubmed Central PMCID: 3133683.

20. Udani JK, Singh BB, Singh VJ, Barrett ML. Effects of Açai (Euterpe oleracea Mart.) berry preparation on metabolic parameters in a healthy overweight population: A pilot study. Nutrition Journal. 2011;10(1):45. PubMed PMID:

21. Carvalho-Peixoto J, Moura MR, Cunha FA, Lollo PC, Monteiro WD, Carvalho LM, et al. Consumption of acai (Euterpe oleracea Mart.) functional beverage reduces muscle stress and improves effort tolerance in elite athletes: a randomized controlled intervention study. Applied physiology, nutrition, and metabolism = Physiologie appliquee, nutrition et metabolisme. 2015 Jul;40(7):725-33. PubMed PMID: 26140415.

22. Wilkinson DJ, Smeeton NJ, Watt PW. Ammonia metabolism, the brain and fatigue; revisiting the link. Progress in neurobiology. 2010 Jul;91(3):200-19. PubMed PMID: 20138956.

23. Sadowska-Krępa E, Kłapcińska B, Podgórski T, Szade B, Tyl K, Hadzik A. Effects of supplementation with acai (Euterpe oleracea Mart.) berry-based juice blend on the blood antioxidant defence capacity and lipid profile in junior hurdlers. A pilot study. Biology of sport. 2015;32(2):161-8.

24. Guerra JF, Magalhaes CL, Costa DC, Silva ME, Pedrosa ML. Dietary acai modulates ROS production by neutrophils and gene expression of liver antioxidant enzymes in rats. Journal of clinical biochemistry and nutrition. 2011 Nov;49(3):188-94. PubMed PMID: 22128218. Pubmed Central PMCID: 3208015.

25. Schauss AG, Wu X, Prior RL, Ou B, Huang D, Owens J, et al. Antioxidant capacity and other bioactivities of the freeze-dried Amazonian palm berry, Euterpe oleraceae mart. (acai). J Agric Food Chem. 2006 Nov 1;54(22):8604-10. PubMed PMID: 17061840.

3 Erfahrungsberichte | Ø 4.7 von 5 Sterne

Hilfreichster Erfahrungsbericht

Von Nico am 10.04.2017 um 13:01 Uhr
Ich bin sehr überrascht über die Wirkung der Acaia Beeren und diese hat mich wirklich überzeugt. Ich kann es besonders spüren, da ich früher etwas antriebsloser war. Meiner Erfahrung nach mit den Acaia Beeren, erhält man durch die Einnahme einfach mehr Power und die Leistungsfähigkeit nimmt zu.
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Von Minaro am 15.03.2017 um 21:45 Uhr
In Brasilien wird die Beere "Wunderbeere" genannt und in den USA ist die Acaia-Beeren-Diät sehr bekannt. Ich habe mit der Low-Carb Diät angefangen und nehme bei meiner Ernährung nicht so viel Obst zu mir, daher nehme ich nun täglich die Acaia Beeren als Ausgleich, um meinem Körper die wesentliche Wirkung zuzuführen. Durch die Einnahme fühle ich mich merklich wacher und fitter. Nach ordentlicher Recherche tut man gerade mit Antioxidantien seinem Körper was Gutes und die Wirkung von Antioxidantien ist ja wissenschaftlich bewiesen. Neben dem hohen Anteil an Antioxidantien weisen die Acaia Beeren hochwertige Vitamine, und zwar Vitamin A, Vitamin C sowie Vitamin E auf. Zudem besitzen die Beeren auch eine Vielzahl an ungesättigten Fettsäuren. Die kleinen Beeren führen durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe dem Körper Energie zu, das Immunsystem wird gestärkt und auch allgemein das Wohlgefühl gesteigert.
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Von Eva_29.08. am 29.03.2017 um 09:40 Uhr
Die Acaia Beeren nehme ich schon seit einiger Zeit täglich zu mir. Schon nach den ersten Tagen hatte ich das Gefühl fitter zu sein. Meine Erkältung dauert auch nur fünf Tage an, wohingegen Freunde von mir manchmal zwei Wochen damit zugange waren. Ich habe öfters einen Reizdarm- Stress bedingt, sowie Magenschmerzen gehabt, seit ich die Acaia Beere täglich nehme, habe ich gar keine Bauchschmerzen mehr. Mein Magen ist ausgeglichener und ruhiger. Ich kann sagen, dass meine Haut straffer geworden ist und meine Unreinheiten und Pickel sind zurückgegangen, mein Magen ist ausgeglichener und entspannter, mein Immunsystem wurde angekurbelt um meine Erkältung schnell zu besiegen. Ich fühle mich Energiereicher.
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